Öko-Seewolf

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Es ist so öde, ein bewusster Konsument zu sein. Schon vor dem Frühstück der Verbrauchertipp in der Zeitung, zum Tee statt sanfter Schokolade saure Äpfel aus dem Bioladen, und abends verdirbt einem die neurotische Schwiegermutter die Pasta mit neuesten Nachrichten über Biozide in Dosentomaten. Es ist ein ängstlich verdämmertes Leben, biologisch-dynamisch bis zur Erdbestattung.

Aber aufgewacht! Die »schleichende Gefahr« droht! Gen-Food! Die Mutanten kommen! Da ballt der Grüne noch einmal die Faust wie einst Reichskanzler Otto von Bismarck. Er reckt sie wie Spartakusbund und Spanienkämpfer, wie Black Power und wie Aryan Power. In der Kämpferfaust zermatscht die Killertomate wie die Kartoffel in der haarigen Hand des unglücklichen Seewolfs.

Besser hätte der Einzug des Protests von Gorleben in die gutbürgerliche Küche nicht veräppelt werden können. »Klasse statt Masse«, für den Spott muss dann auch die Schlange vor der Aldi-Kasse nicht mehr sorgen.

stefan ripplinger