Im Berliner U-Bahn-Fernsehen kann man im so genannten Berliner Fenster Werbespots schalten. Ein Vertreter der gar nicht existierenden »Initiative Arbeit für Deutsche« (AfD) hat sich danach erkundigt.
Berliner Fenster, hallo.
Schwierzina hier, von der Initiative Arbeit für Deutsche. Ich hab’ da mal eine Frage. Wir würden gerne eine Werbung schalten im Berliner Fenster. Ich würde gerne wissen, was das kostet und wie das funktioniert.
Sind Sie ein öffentlicher Träger? Wer sind Sie denn?
Wir sind eine Initiative volksdeutscher Arbeitsloser, und wir wollen eben eine Werbung schalten für unsere Initiative. Angenehm wäre es jetzt im Wahlkampf, damit man noch ein paar Standpunkte darstellen kann.
Was sind das für Standpunkte? Ich muss jetzt einfach mal fragen: Ist das politisch tendenziös?
Wir setzen uns für Arbeitsplätze für Deutsche ein. Dass mehr Deutsche in Arbeit kommen. Tendenziös würde ich das nicht nennen.
Was heißt denn: für Deutsche?
Für Deutsche, die arbeitslos sind. Das sind ja mehrere Millionen. Unsere Initiative unterstützt auch das, was Herr Lafontaine über die Fremdarbeiter gesagt hat. Ob das in diesem Werbespot verwendet wird, das weiß ich jetzt noch nicht, das kann ich Ihnen noch nicht sagen. Ich will erst mal wissen, was es denn kosten würde und wie das funktioniert.
Gut. Wir haben einen Werbepreis von zwei Euro pro Sekunde. Wir haben zwei Sendeschleifen pro Tag, eine von vier bis 14 Uhr, eine von 14 bis 24 Uhr. Das sind zehn Stunden, die Werbung wiederholt sich viertelstündlich.
Wie viele Menschen erreicht man denn damit?
1,5 Millionen Menschen fahren täglich U-Bahn. Die Werbeträgerreichweite beträgt 4,624 Millionen pro Woche.
Das wäre natürlich für uns sehr interessant. Gibt es denn eine Möglichkeit, das relativ kurzfristig zu machen? Denn wir wollen eben im Wahlkampf unsere Interessen vertreten.
Klar. Es gibt die Möglichkeit.
Das kommt uns alles sehr entgegen.
Ich kann Ihnen schon mal das technische Datenblatt mailen. Wie lautet Ihre Adresse?
Ich gebe Ihnen noch meine E-Mail-Adresse. Denise@berliner-fenster.de.
Aha. Französisch?
Ja.
Gut. Dann krieg’ ich E-Post von Ihnen und melde mich.
Sie kriegen E-Post von uns.
interview: stefan wirner