Bruce Willis ist ein guter Bonze und will vor allem eines: in Frieden leben. In seinem jüngsten Film »Sin City« ging die Friedensliebe so weit, dass er sich selber erschoss statt irgendjemand anderen.
Als gut verdienender Filmstar benimmt er sich aber auch sonst vorbildlich: Er investiert immer wieder gerne in die Dienstleistungsbranche. In diesem Fall in die Kopfgeldjagd: Eine Million Dollar will er demjenigen zahlen, der Ussama bin Laden vor seiner Haustür oder auf Guantánamo Bay abgibt. Oder wenigstens Informationen liefert, die zur Ergreifung von Ussama bin Laden, Aiman al-Zawahiri oder Abu Musab al-Zarkawi führen. Das verkündete Willis in der vorigen Woche in einer US-amerikanischen Fernsehshow. Schon vor zwei Jahren setzte er ein Kopfgeld aus, und zwar auf das Haupt Saddam Husseins. Damals blieb er auf der Kohle hocken.
Damit das nicht noch einmal passiert, könnte man das Ganze professionalisieren. Die deutsche Arbeitsagentur vermittelt schließlich gerne Jobs ins Ausland. Da wäre es doch nur sinnvoll, den Job, den Willis anbietet, auch im Jobcenter Oer-Erckenschwick anzubieten – ganz regulär mit Arbeitsvertrag und Sozialbeiträgen. Man hört so oft von Arbeitslosen: »Ich mache alles.« Manche fangen ja auch als Kontrolleure bei den Verkehrsbetrieben an, die Sicherheitsbranche boomt. Die Regierungen werden über kurz oder lang auch ihre Kriege verhökern – wie das übrige öffentliche Eigentum auch. Dann macht sich niemand die Hände schmutzig, und ihr seid dabei!
Wohin mit der Bewerbung? Schaut einfach auf der Seite von Willis (www.brucewillis.com) nach. Er beantwortet dort im Chat Anfragen unter seinem Pseudonym »King B« (Mitgliedsnummer 228). Wenn jetzt noch al-Qaida ihrerseits ein Kopfgeld auf Bruce Willis aussetzen würde, dann könnte man zu feilschen beginnen, den Preis in die Höhe treiben und die Auftraggeber gegeneinander ausspielen.
jürgen kiontke