James Bond heißt künftig Marc Doe. Der war ein echter britischer Spion mit Einsatzort Moskau. Über seine Trinkgewohnheiten ist nichts bekannt, doch seine Arbeitsweise ist filmreif. Ein mittelgroßer Feldstein, »voll gespickt mit Apparatur«, soll ihm bei der Übermittlung von Informationen gedient haben, wie das russische Staatsfernsehen kürzlich bewies. Wen der Ende vorigen Jahres enttarnte Doe worüber informierte, bleibt das Geheimnis des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB. Doch sei Doe in seiner Tarnfunktion als Angestellter der britischen Botschaft auch für die Auszahlung von Geld an diverse russische NGO verantwortlich gewesen, welche »die herrschende Gesellschaftsordnung auszuspähen und zu zerstören« trachten. Und in der Tat, die Vaterlandsverräter erhielten Geld aus der britischen Botschaft, viel mehr floss jedoch u.a. an das Wirtschafts- und das Industrieministerium.
Nun soll aber der FSB nicht den Stein Does beschlagnahmt haben, sondern einen anderen. Und wo zwei Steine sind, können auch zehn oder hundert sein! Rechtschaffene Studenten machten sich deshalb vorige Woche auf zum FSB, um verdächtige Feldsteine zur Expertise vorzulegen. Die Miliz verkannte jedoch deren Mission und schleppte sie stattdessen auf die Wache. Der Verbleib der Steine ist unbekannt. Dafür sprach sich Präsident Wladimir Putin persönlich für den Verbleib von Doe in Moskau aus.
ute weinmann