»Keiner bricht das Tabu.« Außer Eva Herman. Sie ist die einzige in unserem postfeministischen, queeren Avantgardestaat, die noch »das Recht auf die traditionelle Rolle als Frau und Mutter« verteidigt und die Debatte um das Aussterben der Deutschen ungemein bereichert. In ihrer Kampfschrift »Die Emanzipation – ein Irrtum?« im Magazin Cicero wird endlich nicht mehr der »Fehler im System« gesucht, sondern nach dem »Handeln als Frau in all unserer Verantwortung« gefragt.
Denn »der empfindsamere, mitfühlende, reinere und mütterliche Teil« der Schöpfung ist »nach fast einem halben Jahrhundert« Schreckensherrschaft der »lila Latzhosen«-Trägerinnen zu einem »Heer strukturell überforderter Frauen« degeneriert, die »suizidale Fantasien« hegen. Gnadenlos propagierte »Emanzipation« hinterließ den »fremdbestimmten Anspruch an die Frau, es gefälligst den Männern gleich zu tun und Geld zu verdienen«. Das führt unweigerlich zu Mutationen bei den Gebärverweigererinnen, denn »es ist eine simple naturwissenschaftliche Feststellung: Wenn Frauen sich zunehmend zu maskulinen Wesen entwickeln, werden wir keine Nachkommen mehr haben.«
Die Apokalypse steht kurz bevor. »Deutschland bekommt kaum noch Kinder«, und die wenigen kostbaren Sprösslinge gehen »wegen fehlender Bemutterung« ein, falls sie nicht »in einem funktionierenden Biotop familiärer Stabilität aufwachsen« können. Der anderen Komponente für eine »intakte Familie« – Männern, diesen »liebenden«, »breiten Schultern« – muss mit Einfühlsamkeit Unterstützung entgegengebracht werden. Sie dürfen nicht durch die »Selbstüberschätzung und unreflektierte Emanzipationsgläubigkeit« der Frauen in die »Verweigerung der Versorgerrolle« gedrängt werden.
Herbeigesehnt wird die familiäre »Quelle des Glücks« einer »verlorenen Welt, die unseren Vorfahren jahrtausendelang Kraft und Halt gab«. Damals durfte die Frau »in der Wahrnehmung ihres Schöpfungsauftrages« noch ganz aufgehen. Der »Mann an der Seite« übernahm lästige Entscheidungen, nun aber fehle »starke Männlichkeit«, »die wir uns in der Tiefe unserer Seelen sehnlichst wieder herbeiwünschen«.
nicole tomasek