07.06.2006

Fit für das Finale

supermeldung

Es galt als Kuriosität, dass Mohammed Atta in einer kurz nach dem 11. September 2001 aufgefundenen Dienstanweisung seinen Komplizen ans Herz legte, frisch rasiert, parfümiert und mit geputzten Schuhen zum Massenmord anzutreten. Neue Erkenntnisse belegen jedoch, dass die Sorge um das Erscheinungsbild nicht nur eine Marotte Attas war.

Denn nicht in Moscheen, sondern in Fitnessstudios sammeln sich die Jihadisten. Dem jüngst veröffentlichten Bericht der britischen Regierung über die Attentate am 7. Juli 2005 zufolge wurden drei von vier Mitgliedern der Terrorzelle beim Bodybuilding rekrutiert. Mindestens zwei der für die Anschläge in Madrid im März 2004 verantwortlichen Attentäter besuchten häufig Fitnessstudios, auch Atta und seine Komplizen trainierten eifrig.

Der Wunsch nach einem langen Leben kann als Grund für den Fitnesswahn ausgeschlossen werden. Offenbar gibt es einen Zusammenhang zwischen dem narzisstischen Reinheits- und Körperkult, der ja auch von anderen Rechtsextremisten gepflegt wird, und dem islamistischen Terror. Der disziplinierte Masochismus, mit dem sich Bodybuilder an Geräten abquälen, die an Foltermaschinen erinnern, ist zudem wohl eine gute Vorbereitung für die ultimative Aufopferung, das Selbstmordattentat. Und anschließend möchte man ja auch die 72 Jungfrauen beeindrucken.

jörn schulz