22.11.2006

LeserInnenworld

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe gekürzt zu veröffentlichen. Zuschriften bitte an: briefe@jungle-world.com oder per Post an die Redaktion.

Jungle World 45/06: Geister rauchen

Rauchen macht hässlich

Daraus, dass es mindestens einen sympathischen und geistreichen Menschen gibt, der raucht, und jede Menge Manager, die nicht rauchen, kann man also folgern, dass ohne Rauch kein Geist. Ich würde sagen, für diese Glosse hat Herr Frankfurter das Wort »Bullshit« sprachphilosophisch ein bisschen aufgedröselt. Rauchen macht krank, süchtig und hässlich, unterstützt zu gleichen Teilen Tabakindustrie, -mafia und Staat, riecht schlecht und ist rücksichtslos. Das sind alles keine richtig guten Gründe für eine öffentliche Debatte, das kann man auch dezentral und unter endlosem Gezanke an jedem Ort und auf jeder Veranstaltung neu ausfechten. Aber wenn schon Debatte, und wenn sich dann meine Lieblingszeitung auch noch einschaltet, dann will ich entweder Argumente oder Satirisches lesen. Und nicht so einen elend lahmen Unfug. In »In die Presse« auf Seite zwei einen Leserbrief à la Titanic zu verstecken, ist dagegen eine brillante Idee. Bitte so bleiben! Soligeschenkaboauftrag folgt in Bälde.

mf

Kein Esprit

Liebe Leute, da schaffe ich es endlich, mich aufzumachen, eure Zeitung zum ersten Mal zu kaufen, finde einen Kiosk, lese etliche gute Artikel, denke über ein von euch so dringend gewünschtes Abo nach – und lese Cord Riechelmann zum Rauchverbot. Er versucht sich am »Esprit« und spricht diesen NichtraucherInnen ab. Diese sind – müsst ihr den Spiegel oder die taz kopieren? – Geistvernich­ter und Frauen der Kernseifenfraktion. Heiner Müllers »Esprit« ist dem Autor entgangen: Er fragt nämlich Ernst Bloch, ob er rauchen dürfe! Wenn ich, wo auch immer, gefragt werde, ob ich passiv mitrauchen möchte, kann ich gut ohne Rauchverbot leben.

jürgen hess

Jungle World 46/06: Der Mainstream-Nazi

Halbgares Zeug

Gratuliere, da ist dem Autor ja eine schöne Satire gelungen! Er hat zumindest bewiesen, dass man die reaktionärsten und dümmsten Thesen, wenn man sie nur mit einigen halbgaren Versatzstücken aus vermeintlich antideutschen Diskursen und einigen völlig zusammenhanglosen Verweisen auf Karl Marx und Moishe Postone garniert, auch in einer linken Zeitung unterbringen kann.

peter nowak