Im FAG Kugelfischer-Werk im bayerischen Elfershausen kehren die Mitarbeiter freiwillig zur 40-Stunden-Woche zurück. Dafür soll die Firma bis zum Jahr 2012 die Arbeitsplätze garantieren. Ein Gespräch mit Matthias Jena, einem Sprecher der IG Metall Bayern.
Was sagt die IG Metall zu der Geschichte?
Die Mitarbeiter sind offensichtlich von der Firmenleitung unter Druck gesetzt worden und haben sich unnötigerweise breitschlagen lassen, ohne von der Werksleitung irgendwelche konkreten und einklagbaren Zusicherungen erhalten zu haben. Es gibt dort einen Standortsicherungsvertrag, der bis Ende 2008 läuft. Es gab also gar keine Notwendigkeit für diese Aktion.
Was kann die IG Metall dagegen machen, dass Leute freiwillig länger arbeiten, um die Arbeitsplätze gesichert zu bekommen?
Es gibt das Pforzheimer Abkommen zwischen den Metall-Arbeitgebern und der IG Metall, das unter bestimmten Voraussetzungen, etwa wenn es um Investitionen oder um Beschäftigungssicherung geht, Abweichungen vom Flächentarifvertrag ermöglicht. Dafür gibt es aber ein ganz genau vorgeschriebenes Procedere. Die Werksleitung muss erst mal belegen, dass diese Voraussetzungen wirklich gegeben sind, dann kann die IG Metall das prüfen. Im Zweifelsfalle ist die IG Metall bereit und flexibel genug, wenn es der Standort- und Beschäftigungssicherung dient, eine entsprechende Vereinbarung abzuschließen.
Wie können Sie verhindern, dass es einen Domino-Effekt gibt und sich andere Betriebe Elfershausen zum Vorbild nehmen?
Solche Versuche gibt es natürlich. Wir werden uns ihnen, wo immer es möglich ist, entgegenstellen. Dazu gehört auch, deutlich zu machen, dass es in Elfershausen überhaupt keine Notwendigkeit gab, so etwas abzuschließen. Ich glaube, das wird ein Einzelfall bleiben.
Glauben Sie, dass es mit den Verhältnissen in Bayern zu tun hat, dass dies geschehen konnte?
Nein, das glaube ich nicht. Solche Versuche gibt es überall immer wieder. Bei der Schaeffler-Gruppe haben wir es mit einem sehr exponierten Unternehmen zu tun, das es immer wieder mal probiert hat. Wir werden alles tun, um eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche zu verhindern, sie vernichtet Arbeitsplätze in Elferhausen und an den anderen Werksstandorten.
interview: stefan wirner