LeserInnenworld
Jungle World 13/07: Thema US-Raketenschild
40 Jahre Endlosschleife
Für den Autor Jörn Schulz funktioniert die Welt ausschließlich nach den Mechanismen Macht-Einfluss-Rohstoffsicherung, wie es seit über 40 Jahre diverse linke Strömungen bis zum Erbrechen wiederholen. Es ist recht unerheblich, um nicht zu sagen banal, dass sich hinter Aussagen der USA wie der, das Raketenschild diene auch dem europäischen Schutz, andere als europhile Motive verstecken. Auf diese aber immer wieder hinzuweisen und mit erstaunlicher Zielsicherheit immer diejenigen Zitate aus dem allgemeinen Stimmenwirrwarr herauszupicken, die der eigenen mechanistisch-pessimistischen bis apokalyptischen Sicht der Welt am ehesten gerecht werden, gehört zum Geschäft derer, für die das Problem sich anscheinend in dem bloßen Vorhandensein auch anderer als der ausgesprochenen Motive erschöpft. Die somit vorgenommene »Analyse« ist keine, sie ist lediglich Einschätzung und moralische Verurteilung zugleich. Dass ein Raketenschild auch antiimperialistische Motivschürfer vor Atomwaffen, egal woher, schützen könnte, ist dem Autor vor lauter Fixiertheit auf die großen vermeintlichen Triebkräfte der internationalen Politik nicht einmal eine Silbe wert. Etwas mager für einen emanzipatorischen Anspruch.
patrus
Jungle World 13/07: Etwas Besseres als Protest
Fortsetzung mit anderen Bonzen
Es sei »völlig abstrakt«, per Gipfelprotest in die gesellschaftlichen Verhältnisse intervenieren und Impulse für soziale Bewegungen geben zu wollen, meint der Anarchist und Autor des Artikels Marcks. Richtig. Ist es weniger abstrakt, »mit der Basis gegen die tagtägliche Ausbeutung und die Verfügungsgewalt über die Produktionsmittel kämpfen« zu wollen und allenfalls zu konkretisieren und dabei nicht an die (dreckige) Kapitalistenkohle ran zu wollen? Anarchist will was? Die alte gesellschaftliche Formation ganz auslöffeln, dann abführen, Popöchen abwischen, wegspülen und erst danach weiter ans nächste Formationsmenü? Klassisch. Sauber. Sauber klassisch sozialdemokratisch. Endet gewöhnlich in Arbeiter- und Bauernstaaten, also in der Fortsetzung der Lohnarbeit mit anderen Bonzen und Mitteln. So is(s)t der deutsche Anarchist.
werner anarcho
Jungle World: Sexismus
Das ist kein Spaß!
Das ist ja wohl nicht euer Ernst! Was hat denn das Bild von »Barbarella« auf Seite vier in der Jungle World zu suchen? Nicht nur, dass das Bild nichts mit dem Thema zu tun hat, auch kann es ja wohl nicht sein, dass ihr euch auf die Titelfigur eines solchen Films bezieht. Insgesamt bin ich immer wieder sehr verärgert über eure mangelnde Auseinandersetzung in Bezug auf Sexismus und Homophobie.
karla