LeserInnenworld
Jungle World 17/07: Nennt mich Ismael Ax
Zu viel gepredigt
Der Anfang von dem Artikel war ganz interessant, christliche Motive oder »die Tat als Martyrium im Dienste anderer Menschen«. Aber anstatt da weiter zu überlegen, wie ein Mensch denken muss, um so einen Quatsch zu glauben, wird eine persönliche Betroffenheit zu Depressiven dargestellt.
»Für die Verhinderung ähnlicher Verbrechen wäre es hilfreich zu diskutieren, welche Rolle reale und mediale Gewalt« spielt. Da könnt ihr euch ja gleich in den Mainstream einordnen und Gewaltspiele verbieten. Zum Glück sind nicht alle, die Gewaltspiele schauen, Gewalttäter – oder gab es keine Gewalt vor der medialen Gewalt?
Auch der Schluss, »warum es nicht als anstößig gilt (…), Details eines Massenmordes zu erörtern, aber ein Piepen ertönen muss, wenn Cho in seinem Video ›fuck‹ sagt«, gehört wohl eher in eine Predigt.
sandra
Jungle World 17/07: Müsse’ un’ solle’
Rammstein gegen Störkraft
Was in kaum einem Artikel zum Fall Oettinger mal erwähnt wird, ist, dass Oettinger und Filbinger als Jungmannen in reaktionären Männerbünden eine Art Spät-Sozialisation erfuhren. Ob das nun wie bei Filbinger der katholische Schüler- und Studentenbund Neudeutschland war oder wie bei Oettinger die schlagende Landsmannschaft Ulmia Tübingen. Als Oettinger 2000 vor der Öffentlichkeit bei einem Festakt seiner Ulmia in seiner Bierseligkeit alle drei Strophen des Deutschlandsliedes trällerte, war der Skandal groß. Wer aber das sonstige korporationsstudentische Lied»gut« kennt, insbesondere die mündlich tradierten »Nachstrophen«, weiß, dass das Memel-Maas-Lied sich dagegen teilweise ausnimmt wie Rammstein gegen Störkraft. Der CDU-Stahlhelmflügel wie auch das Personal des Studiumzentrums Weikersheim setzt sich zu einem nicht unwesentlichen Teil aus Studentenverbindungsmitgliedern zusammen.
ralf schwarzenberg
Jungle World 18/07: Gefühltes Gas
Böse, böse!
Welcher Idiot hat diese stinkende Hühnerkacke ins Blatt genommen?
chotti