Das Ich-Netz

Klick it! Von maik söhler
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Einer der ganz großen Trends im Internet geht zum Persönlichen. Angesichts von Millionen Weblogs, Social-Network-Profilen und subjektiv gehaltenen Homepages erkennt man rasch, dass die denkbar kleinste soziale Einheit, das Ich, in den unfassbaren Weiten des Netzes wohl für viele Nutzer so eine Art Selbstschutzprogramm darstellt. Je größer das Ganze wird und je mehr User daran teilnehmen, desto heimelig-persönlicher werden die Nischen gestaltet. Vielleicht liegt es auch daran, dass zu wenige Menschen die große Stärke des Internets gar nicht zu schätzen wissen, nämlich, dass es im Unterschied zu ihnen eben kein Bewusstsein von sich selbst hat.

Warum sachlich, wenn es auch persönlich geht, denken sich jedenfalls immer mehr Nutzer und geben ihre Daten immer neuen Netzwerken und so genannten neuen Community-Freunden. Diese Daten greifen sich dann neue Suchmaschinen wie Spock.com, die damit werben, alles Wissenswerte über so gut wie jede Person im Netz herausfinden zu können. In der Steinzeit des Internet, also vor etwa drei Monaten, hätte so etwas große Aufregung verursacht. Nun weiß man es besser und staunt nicht einmal mehr darüber, wie viele Leute diesem sympathischen Kraken alles Wissenswerte über sich selbst preisgeben. Sympathisch ist er, weil er offenlegt, was er hat, und bei Bedarf anbietet, die Daten zu löschen, falls jemand das tatsächlich wollen sollte. Sympathisch ist er erst recht im Vergleich zu anderen Datenbanken, die nicht nur nichts löschen, sondern auch Daten haben, die sie gar nicht haben dürften. Dieses Verhalten gibt Spock.com eine persön­liche Note. Und das ist ja sehr trendy.

Spock.com

Jigsaw.com

www.schober.de