Väterchen Russlands

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Solschenizyn. Nun ist er tot: Alexander Solschenizyn, eine der schillerndsten Figuren des 20. Jahrhunderts, die im neuen Jahrtausend nie so recht angekommen ist. Solschenizyn war alles in einer Person: sowjetischer Dissident, Nationalist, Antisemit, Antistalinist, Antiamerikaner, Nobelpreisträger. Zu viel ist das alles, um den Mann Zeit seines Lebens richtig zu fassen bekommen zu haben, vielleicht lässt sich nun, wo er tot ist, die Biographie des Schriftstellers besser bündeln und überblicken. Seine Werke, wie die »Krebsstation«, der »Archipel Gulag« und vor allem »Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch«, in denen die Erfahrungen des Stalinismus und der Arbeitslager Gegenstand der Erzäh­lungen sind, werden jedenfalls bleiben. Im Russland von heute, das man nur schwer eine echte Demokratie nennen kann, ist der ehemals so verfemte Solschenizyn, der sich zuletzt vehement für Putin als den starken Mann Russlands ausgesprochen hatte, längst reha­bi­li­tiert.   aha