Kein Platz für Hamsun

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Knut Hamsun. Andere Länder haben auch ihre großen Vergangenheitsbewältigungsdebatten, z.B. Norwegen, das sich im Knut-Hamsun-Jubiläumsjahr mit der Frage herumschlagen musste, ob man nach dem Nationaldichter und Friedensnobelpreisträger eine Straße benennen soll oder ob Hamsuns Sympathien für das nationalsozialistische Deutschland ihn diskreditieren. Immerhin hatte Hamsun Goebbels und Hitler persönlich besucht und ein anderes Mal erklärt, für die Errichtung von Konzentrationslagern hätten die Deutschen gute Gründe, genau wie für die Inhaftierung Carl von Ossietzkys. Für Oslos Bürgermeister Erling Lae gute Gründe, den Hamsun-Fans, die zumeist zwischen »gutem Werk« und »böser Phase« unterscheiden, anzukündigen, dass es mit der Straße für den Dichter nichts wird. Zumindest in Oslo nicht. Klei­nere Käffer in Norwegen haben bereits die eine oder andere Knut-Hamsun-Straße.   her