Packt zu!

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Der letzte linke Student kennt die Liebe. Bekanntlich: ist die Liebe ein seltsames Spiel. Bekanntlich: sie kommt und geht von einem zum andern. Allerdings nur: wenn man weiblich ist. Biologisch. Oder nur so gefühlt. Jedenfalls: der letzte linke Student ist absolut nicht weiblich. Der letzte linke Student nämlich: ist rundherum männlich. Innen. Und außen. Männlichkeit: das ist ein festes Prinzip. Das kannst du bei Weininger nachlesen und bei Theweleit und wo überall noch. Und da der letzte linke Student männlich ist, muss er auch ein festes Prinzip haben.
Das heißt: der letzte linke Student liebt, wenn er liebt, notfalls bis zum bitteren Ende. Er liebt nach Verlust. Er liebt sogar nach Verrat. Er liebt eigentlich überhaupt: immer nur die eine. Weil er nicht anders kann. Ein Mann: hat seinen Typ. Die eine, das ist dementsprechend: die schönste Studentin. Oder die neue schönste Studentin. Oder irgendwann einmal: die neueste schönste Studentin. Denn: das Männliche orientiert sich und hält am Ziel fest. So ist der Sozialismus entstanden und die Idee von der Weltrevolution. Der letzte linke Student ist nun zugleich Sozialist und männlich. Das bedeutet: er ist gleich zweimal männlich.
Der männliche Männliche allerdings: lässt nicht blöd mit sich rummachen. Er weiß, was er schließlich kriegen wird. Stoisch hält er darum alles aus. Schmach. Hohn. Ignoranz. Kurz: das Weibliche. Daher stört es den letzten linken Studenten nicht, dass ihn die schönste Studentin nur noch grüßt. Er weiß: er liebt sie trotzdem. Und eines Tages: wird sie es spüren. So. Oder so. Und auch wir müssen an dieser Stelle endlich begreifen, dass auch da, wo nichts zu holen ist, durch kraftvolles Zupacken durchaus noch etwas zu holen sein kann.