Der Spaßmacher

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Willem Breuker. Der Klarinettist und Saxophonist war eine der schillerndsten Figuren der freien improvisierten Musik. Der Holländer spielte nie nur in irgendwelchen Ensembles seinen Free Jazz runter, sondern leitete ganze Jazzorchester, die auf den Bühnen wie Kasperletheater funktionierten. An Breuker lag es jedenfalls nicht, dass Free Jazz irgendwann das Image bekam, die Musik todernster Alkoholiker mit Bärten zu sein, das der Musik noch heute anhaftet. Schon früh war Breuker Mitglied der europäischen Improv-Big-Band Globe Unity Orchestra, und mit dem Willem Breuker Kollektif gründete er sein erstes eigenes Ensemble, mit dem er jede Menge Platten aufnahm. Wichtig war dem Bandleader immer, auch Schlagerelemente, Tango, Marschmusik und ganz viel Kurt Weill unter seinen Jazz zu mischen. Die Hauptsache war: Bloß nie dogmatisch sein. Auf der Bühne veranstaltete er wahre Happenings voller Spielfreude und ulkiger performativer Einfälle. Vor zwei Wochen ist der große Witzbold des Jazz verstorben.  AHA