Beruf: Rächer

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Bei seinen Fans gilt der Schauspieler als extrem coole Sau. Schwarzer Designer-Anzug, weißes Hemd mit offenem Kragen, dazu ein Poker-Face, das keine Regung verrät. Er heißt Necati Sasmaz und ist eigentlich gar kein Schauspieler. Aufgewachsen ist er in den USA und in Kanada, gearbeitet hat er in der Tourimus- und Versicherungsbranche. Seit dem 11. September 2001 lebt er wieder in seinem Geburtsland Türkei, und schuld ­daran sollen die Anschläge in New York sein, jedenfalls lautet so die Legende: Die Maschine, die ihn am 11. September nach einem Besuch in der Türkei zurück in die USA bringen sollte, hatte umkehren müssen, und Sasmaz ließ sich von seiner Familie überreden, für immer in der Türkei zu bleiben. Zusammen mit seinen Brüdern gründete er die Filmproduktion Pana-Film, in der Necati, Raci und Zübeyr Sasmaz als Darsteller, Produzent und Drehbuchautor zusammenarbeiten. Um eine klassische Künstlerfamilie handelt es sich aber nicht, der Onkel der Geschwister war Abgeordneter der rechtsextremen MHP, Vater und Großvater der Brüder waren Scheichs des islamistischen Quadiriyya-Ordens.
In der Rolle des Spezialagenten Polat Alemdar in dem vom familieneigenen Unternehmen produzierten Kino-Epos »Tal der Wölfe« wurde er auch außerhalb der Türkei bekannt. Der Plot klingt erstmal nur nach krassem Trash: Ein junger Mann namens Ali bekommt vom Geheimdienst eine Gesichts-OP, eine Stimmband-Transplantation und eine neue Identität als Polat Alemdar verpasst, anschließend wird der frisch Operierte als Rächer an den Feinden der Türkei in den Kosovo und den Irak geschickt. Demnächst wird er nun vor der Küste Israels kreuzen, und spätestens mit dem für Ende Januar angekündigten Film »Tal der Wölfe – Palästina«, der seine ganz eigene Version der Vorgänge um die als Hilfsschiff deklarierte »Mavi Marmara« verbreiten will, hört der Trash auf. Antisemitische Attacken hatte es schon in »Tal der Wölfe – Irak« zur Genüge gegeben, mit »Tal der Wölfe – Palästina« dürfte eine neue Dimension der israelfeindlichen Gruselpropaganda erreicht werden. Necati Sasmaz spricht derweil von Philosophie und Solidarität mit den Palästinensern, er hofft, »dass wir mit unserem Film die Aufmerksamkeit auf die Menschen lenken, die ein Leben in Elend und Krieg führen müssen. Wir wollen die Stimme dieser Menschen sein. Ihr Bild wollen wir in die Welt tragen. Das ist die Philosophie des Films.«