Deutsches Haus

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Die Taz berichtete am 29. Dezember über eine vietnamesische Familie aus Beilrode (Sachsen), die sich mehrere Jahre lang rassistischen Anfeindungen und Angriffen ausgesetzt sah. Die beiden mittlerweile das Gymnasium besuchenden Kinder der Familie wurden bereits in der Grundschule von älteren Schülern rassistisch beschimpft. Jugendliche grölten vor dem Bekleidungsgeschäft, das der Familienvater in dem Dorf mit 2 600 Einwohnern betreibt, wiederholt Parolen wie: »Ausländer raus!« Vor zwei Jahren zerstörten Unbekannte zum ersten Mal die Schaufensterscheiben des Geschäfts. Da die Polizei auch nach dem dritten derartigen Vorfall die Täter nicht ausfindig machen konnte, schlief der Familienvater in der Folge in seinem Laden, aus Angst vor einem Brandanschlag und einer physischen Auseinandersetzung mit einem Feuer­löscher und einer Eisenstange ausgerüstet. Als im Oktober 2009 die Scheiben zum siebten Mal eingeworfen wurden, gelang es dem Mann aus Vietnam, sieben junge Männer zu stellen. Einen von ihnen wehrte er mit einem Schlag mit der Eisenstange ab, der junge Mann konnte später anhand der Verletzung identifiziert werden. Er wurde wegen versuchter Körperverletzung, Sachbeschädigung und Volksverhetzung zu anderthalb Jahren auf Bewährung verurteilt. Die anderen Täter sind weiterhin unbekannt. In der Nacht zum 24. Dezember verwüsteten Unbekannte eine von einer türkischen Inhaberin betriebene Bäckerei im Kieler Stadtteil Friedrichsort (Schleswig-Holstein). Die Täter zerstörten die Glasscheiben am Tresen und am Backofen, die Kühlhausanlage, Wasch- und Toilettenbecken sowie eine Kaffeemaschine und beschmierten die Wände des Geschäfts mit Hakenkreuzen. Die Inhaberin geht von einem Schaden von etwa 20 000 Euro aus. Die Kriminalpolizei ermittelt. Wie die Kieler Nachrichten berichteten, wurden in Friedrichs­ort in der Vergangenheit wiederholt ausländische Geschäftsleute angegriffen. Hans-Helmut Münchberg, Landrat des Kreises Weimarer Land in Thüringen, hat in seiner »Neujahrsbotschaft« die Ausweisung krimineller Ausländer gefordert. In dem am 21. Dezember im Amtsblatt des Weimarer Lands veröffentlichten Text schrieb Münchberg: »Wer unsere Kultur und deutsches Recht verachtet, aber unsere Sozialsysteme in Anspruch nimmt: Raus! Und Deutschland sollte auch damit beginnen: Kriminelle Ausländer raus!« Wie die Ostthüringer Zeitung berichtete, kritisiert der Weimarer Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) die Äußerungen des Landrats. Der Ausländeranteil im Weimarer Land liege bei etwa zwei Prozent, die Ausländerkriminalität gehe »im Verantwortungsbereich Münchbergs daher gegen Null«. Am 18. Dezember griffen fünf Unbekannte in der Dresdener Neustadt zwei Paare an, die kurz zuvor ein Lokal verlassen hatten. Die Angreifer beleidigten die vier Personen auf rassistische Weise und schlugen auf die beiden Männer ein. Diese mussten ärztlich behandelt werden, wie die Sächsische Zeitung meldete.   MST