Die Reaktion

Zu dem Artikel »Berlin Kills Me – Transzendentale Obdachlosigkeit« (26/2011) hat uns Sören geschrieben: »Ich halte das schlicht für rassistisch und finde es unfassbar, dass ihr so etwas druckt. Ich dachte, es wäre klar, dass Leute eine Macke haben, die sich ›wie ein Massentourist in der eigenen (!) Stadt‹ fühlen, Idiosynkrasien gegen Rollkoffergeräusche entwickeln, ›alteingesessene Geschäfte‹ betrauern, die verdrängt werden von Billig-Fress, die sich über ›man hört ja nur noch Englisch‹ (in der eigenen schönen Stadt!) beschweren. Ich bin einfach nur entsetzt, so etwas da zu lesen.« Den Kommentar »Keine Lust im Spaßbad« (23/2011) kommentierten Lui & Lei: »Dem Autor gelingt es, durch seine Kritik am ›WeltSpiegelStern‹-Journalismus hindurch schließlich auch uns ›Jungle-World‹-Leserinnen so tiefe Einblicke in die Orgie der Hamburg-Mannheimer-Manager zu geben, wie wir sie gar nicht haben wollten. Kritik an der Phantasielosigkeit der Manager mag berechtigt sein. Doch in der ›Jungle World‹ würden wir uns doch ein Wort zur Situation der in der Orgie ›eingesetzten‹ Frauen wünschen. So aber hat der Autor sie zu bloßen Objekten der potentiellen Phantasie der Manager abgestempelt. Hier einen so frauenverachtenden Kommentar zu finden, hat uns dann doch sehr verwundert – und geärgert.« Im Blog der Architekturzeitschrift ›Baumeister‹ wurde das Interview mit Saskia Sassen (26/2011) gewürdigt: »Sie ist die Hausärztin des Lebensraumes Stadt. Saskia Sassen untersucht unsere urbanen Zentren auf Herz und Leber – und kommt dabei oft zu hellsichtigen Befunden. Sassen sieht zwei ›historische Subjekte‹, die der Stadt visuell ihren Stempel aufdrücken: Die Repräsentanten der Macht und des globalen Kapitals einerseits, die Marginalisierten und Benachteiligten andererseits. Die Analyse in dem Interview bleibt an diesem Punkt stehen. Spannend wäre es zu erfahren, wie solche sozialen Formatierungen genau ablaufen, wer sie lenkt, welche Ästhetiken ihnen ihren Stempel aufdrücken. Interessant wäre es auch, Unterschieden zwischen den Metropolen nachzugehen.«

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