Die Reaktion

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Unsere Slowenien-Ausgabe (38/2011) hat einige Reaktionen hervorgerufen, vor allem Lob. Auf Facebook schrieb uns etwa Gerhard K.: »Wirklich eine feine Berichterstattung. Danke dzúngla.« Aber es gab auch Kritik. Ulrich M.: »Gibt es zur Zeit kein interessanteres Land, aus dem heraus man eine Auslandsausgabe machen könnte? Griechenland, Italien … « Und auch besonders scharfe, ja mitunter verletzende Kritik gab es. So postete Thomas R.: »Also zumindest einem Autor kann ich nach Betrachten des Gruppenbildes empfehlen, weniger Artikel zu schreiben, sondern mehr Sport zu treiben.« Zu dem Dossier von Carl Wiemer, »Die Tressen des Paradieses. Bemerkungen zur Affinität von Katholizismus und Kritischer Theorie« (36/37/2011), erreichte uns ein Leserbrief von Stephan Bleier: »Es ist frappierend, dass selbst noch Max Horkheimer und Herbert Marcuse Lutheranismus und Protestantismus konsequent verwechselten. Die deutschen Protestanten – u.a. die vom Autor erwähnten (Wieder)Täufer – wurden von den Lutheranern, dem äußersten rechten Flügel der reformierten Kirchen, genauso gnadenlos verfolgt wie von den Katholiken; die Überlebenden retteten sich ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in die britischen Kolonien Nordamerikas. Protestanten waren verantwortlich für die niederländische Revolution von 1568, die eng­lische Revolution der 1740er Jahre und die amerikanische Revolution von 1776; die deutschen Lutheraner blieben Fürstendiener. Innerhalb der protestantischen Kirchen, Denominationen und Sekten entstand – damals noch religiös überformt – der Universalismus der Aufklärung: das Konzept der Suffrage (Gleichberechtigung) und das Gebot der (religiösen) Toleranz. Lutheraner hingegen blieben wie ihre katholischen Brüder im Geiste Befürworter der Sklaverei, mehrheitlich selbst Leibeigene. Wie die Katholiken, die Erfinder des Antisemitismus, blieben auch die Lutheraner von diesem Wahn behaftet. Max Webers These von der protestantischen ›Lustfeindlichkeit‹ ist längst widerlegt.«