Deutsches Haus

Wie die Welt am 21. Januar berichtete, hat das Land Mecklenburg-Vorpommern ­einen 20jährigen Flüchtling aus Ghana nach Italien abschieben lassen. Das Innenministerium des Landes teilte mit, der Mann habe in Italien das Territorium der EU betreten, sein Asylantrag müsse gemäß des sogenannten Dublin-Verfahrens dort bearbeitet werden. Der 20jährige war erst im Dezember in Schwerin möglicherweise aus rassistischen Motiven von zwei Männern mit einem Baseballschläger attackiert worden. Die Behandlung seines aus dem Überfall resultierenden Traumas hatte erst kürzlich begonnen. Wie aus einem Bericht der Badischen Zeitung vom 21. Januar hervorgeht, hat das Land Baden-Württemberg eine junge Mutter und ihre sechs kleinen Kinder aus Freiburg nach Belgrad abgeschoben. Ungeachtet des Einsatzes privater Unterstützer und trotz des schlechten Gesundheitszustandes der Kinder setzte das Regierungspräsidium die Entscheidung durch. Serbien gilt seit dem vergangenen Jahr als sicheres Herkunftsland, Roma wie die Mutter und ihre Kinder haben deshalb keine Aussichten, in Deutschland bleiben zu können. Während des Fußballspiels zwischen dem VfB Ulm (Baden-Württemberg) und dem SV Eggingen kam es zu mehreren rassistischen Beleidigungen. Wie die Augsburger Allgemeine am 20. Januar berichtete, wurde ein Ulmer Spieler beim Stand von 3:2 für seine Mannschaft gefoult und blieb, um Zeit zu schinden, am Boden liegen. Ein Egginger Spieler schrie ihn deshalb an: »Steh auf und hab dich nicht so, du Kanake!« Daraufhin eilte ein dunkelhäutiger Ulmer Spieler herbei, um die Situation zu beruhigen. Ein Spieler der gegnerischen Mannschaft beschimpfte ihn jedoch mit den Worten: »Verpiss dich, du schwarze Sau!« In dem entstehenden Handgemenge erhielt der Ulmer eine Ohrfeige. Er setzte sich mit einem Kopfstoß zur Wehr, den der Schiedsrichter mit einer roten Karte ahndete. Nach Angaben der Augsburger Allgemeinen forderte der Referee die Ulmer Spieler dann auf, den »Scheißschwarzen« wegzubringen. Wie das Mindener Tageblatt am 18. Januar berichtete, beschossen sechs Unbekannte ein Flüchtlingsheim in Porta Westfalica (Nordrhein-Westfalen) mit Paintball-Waffen. Dabei riefen sie rassistische Parolen. Nach dem Angriff, der erhebliche Farbschmierereien an der Hausfassade hinterließ, fuhr die Gruppe mit einem Auto davon. Etwa eine Stunde später klopften mehrere Männer an die Türen und Fenster der Flüchtlingsunterkunft und grölten ebenfalls rassistische Parolen. Die Polizei geht ­davon aus, dass dieselben Personen für beide Vorfälle verantwortlich sind. Der Bielefelder Staatsschutz ermittelt.   mst

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