Small Talk mit einem Sprecher der Kampagne »Eine Feuerwehr für Rojava«

»Akute Feuergefahr«

Die bundesweite Kampagne »Eine Feuerwehr für Rojava« sammelt Geld für ein Feuerwehrfahrzeug für die autonome Enklave in Nordsyrien. Doch ihre Forderungen gehen darüber hinaus. Ein Sprecher der Kampagne hat mit der Jungle World gesprochen.
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Worum geht es bei der Kampagne »Eine Feuerwehr für Rojava«?
Es geht darum, ein Feuerwehrauto zu besorgen und es dann in Kobanê zu übergeben. Wir, eine Gruppe von 20 bis 30 jüngeren Leuten aus verschiedenen Städten in Deutschland, die sich zu dieser Kampagne zusammengeschlossen haben, hatten gefragt, wie wir die Menschen vor Ort unterstützen können. Die Antwort aus Kobanê war: Sie brauchen ein Feuerwehrfahrzeug.

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Warum eine Feuerwehrauto?
Momentan liegen noch viele Minen und Bomben in Kobanê. Es gibt akute Feuergefahr. Mit den Feuerwehrautos können sie auch Wasserprobleme aus der Welt schaffen, indem sie den Tank füllen, von einem Dorf zum nächsten fahren und dort Wasser verteilen.

Wie läuft die Kampagne bisher?
Wir haben vergangene Woche angefangen und ziemlich viele Pressemitteilungen verschickt. Wir waren auf der Interschutz in Hannover, das ist eine riesengroße internationale Feuerwehrmesse, und haben angefangen, mit Feuerwehrleuten zu reden. Wir haben gefragt, ob sie die Sache mit Geld oder Sachspenden unterstützen würden. Da gab es schon einige Leute. Wir sind jetzt in der Festivalsaison auch auf der Fusion vertreten und werben dort.

Was kostet denn so ein Feuerwehrauto und habt ihr es auf ein bestimmtes Modell abgesehen?
Wir gehen von 20 000 Euro aus, mit Komplettausrüstung. Nach unserem derzeitigen Stand ginge es da um eine TLF 24 – das ist eines der größeren Tanklastfahrzeuge, das so 5 000 bis 6 000 Liter Wasser fassen kann, eines der größten Feuerwehrfahrzeuge. Das ist aber noch nicht fest. Ist es kompliziert, so ein Fahrzeug nach Rojava zu bringen? Die momentane Situation an der türkisch-syrischen Grenze ist sehr unübersichtlich. Es gab ja schon die Geschichte von dem Krankenwagen von Medico, der runtergekommen ist. Es ist aber immer von der Situation abhängig. Wir unterstützen daher auch die Forderung nach einem permanenten Hilfskorridor, die aus der Rojava-Solidarität entstanden ist.