Schwerbewaffnet

<none>

Anzeige

Nachbarn schildern den 25jährigen als stets freundlichen Menschen. Der Bürgermeister des 90-Seelen-Dorfs, wo Grégoire Moutaux lebte, beschreibt ihn als besonders nett und hilfsbereit jungen Mann. Der junge Mann wohnte in Nant-le-Petit in der Nähe der ostfranzösischen Stadt Saint-Dizier und war als Kuhbesamer in der Landwirtschaft tätig. Am 6. Juni wurde er am polnisch-ukrainischen Grenzübergang Yagodyn festgenommen. Dem Leiter des ukrainischen Inlandsgeheimdiensts (SBU), Wassyl Hryzak, zufolge wurde der Franzose mit drei Granatwerfern, sechs Kalaschnikows, einem »großen Munitionsvorrat«, rund 125 Kilogramm TNT und etwa 100 Zündern in seinem Kleinbus aufgegriffen. Moutaux war bislang nicht polizeibekannt. Doch Hryzak zufolge wurde er in der Ukraine beschattet. Er soll dort 2015 aktiv geworden sein, als freiwilliger Helfer der Armee und bei der Hilfe für Flüchtlinge aus den umkämpften ostukrainischen Gebieten. Doch soll er dadurch aufgefallen sein, dass er sich eher am Ankauf von Waffen und Munition als an konkreter Hilfe interessiert zeigte. Es war der ukrainische Geheimdienst selbst, der eigenen Angaben zufolge dem 25jährigen diese Dinge beschaffte – und ihm eine Falle stellte.
Moutaux und Komplizen sollen in Frankreich während der Fußball-Europameisterschaft Attentate geplant haben. Dafür seien ukrainischen Angaben zufolge 15 Anschlagsorte bestimmt worden, muslimische und jüdische Einrichtungen sowie eine Autobahn-Mautstelle und ein Finanzamt. Moutaux habe bei Vernehmungen »Frankreichs Regierung, ihre Flüchtlingspolitik, die Ausbreitung des Islam und die Globalisierung« kritisiert. Bei einer Hausdurchsuchung wurde ein T-Shirt der rechtsextremen außerparlamentarischen Gruppe »Le Renouveau français« gefunden. Dennoch zeigen sich die französischen Behörden ebenso wie die Zeitung Le Monde und der auf rechtsextreme Aktivitäten spezialisierte Publizist Jean-Yves Camus bislang skeptisch. Sie halten eine Beteiligung an illegalem Waffenhandel für plausibel, glauben allerdings bislang nicht an die Terrorpläne, die ihnen für das derzeitige rechtsextreme Milieu zu hochgegriffen erscheinen. Es ist zumindest möglich, dass es den ukrainischen Behörden in erster Linie darum ging, sich als »zuverlässiger Partner« des Westens zu profilieren.