Leo Fischer klingt diese Woche wie Elke Twesten

Karussell der Niedertracht

Gastbeitrag Von Leo Fischer
Anzeige

GBNiederträchtig, zutiefst beleidigend und menschlich unanständig – anders sind sie nicht zu beschreiben, die Vorwürfe, die mich derzeit aus der CDU erreichen. Quatsch, aus der rotgrünen Einheitsfront. Meine Entscheidung, von den Grünen zur CDU überzutreten und damit die Regierungsmehrheit in Niedersachsen aufzuheben, sei einem persönlichen Rachefeldzug geschuldet, sei billiges Nachtreten aus verletztem Stolz. Hierzu kann ich sagen: Billig war das ganz sicher nicht. Schon, weil wir von der CDU traditionell immer etwas genauer auf die Bücher schauen.

Abgeordnete zu sein ist zunächst kein Selbstzweck. Es gibt so etwas wie einen Wählerwillen, einen Auftrag, eine göttliche Sendung, die ­jeden Parlamentarier bindet. Yasmin Fahimi hat völlig recht, wenn sie aus der Bibel zitiert: »Ein Mandat verpflichtet, zum Wohle des Landes zu handeln und nicht für den eigenen Listenplatz.« Ungern gehe ich in die Geschichte ein als die erste Abgeordnete, die bei ihrem Handeln ausschließlich an sich gedacht hat. Der Wählerwille ist das eine. Was aber, wenn dieser Wille selber plötzlich wankt? Und zweifelt am Verstand beispielsweise der grünen Partei, die mich ohne ersichtlichen Grund als Direktkandidatin abwählte? Es sind Situationen wie diese, die ein Notstandsrecht erforderlich machen.

Nun stellen sich viele Grünen-Wähler die Frage, wie verlässlich die Partei noch ist, wenn Abgeordnete einfach so abspringen. Mir persönlich könnte das ja pupsegal sein, weil ich ja wie gesagt jetzt in der CDU bin. Andererseits glaube ich auch, dass viele Grüne heimlich darüber nachdenken, es mir gleichzutun. Auch darüber sollten die Wähler nachdenken, höhö. Und lieber gleich das Original wählen. Was Sie als Grünen-Wähler übrigens auch wissen sollten: Göring-Eckardt riecht aus dem Mund nach Seife, und Özdemir fährt am Wochenende heimlich Diesel.

Im Übrigen, liebe CDU, habe ich von der SPD gerade ein unmoralisches Angebot erhalten, wenn Ihr wisst, was ich meine. Denkt lieber darüber nach, wie Ihr mich halten könnt! Sonst dreht sich das Karussell der Niedertracht bald wieder …

Ihre Elke Twesten (CDU)