Das Medium - Lohengrin, der Kampf geht weiter

Party und Schokolade

Kolumne Von

Viel mehr konnte Matthias Matussek aus seinem Geburtstag nicht herausholen als Feiern, Geschenke bekommen, Leute einladen, von denen man ahnt, dass sie nicht auf dieselbe Party passen, anschließend öffentlich viele Fotos posten, und zack, zwei Tage lang Aufmerksamkeit ergattern und Mittelpunkt sein.

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Funktionierte bisher schon als Prinzip prima. Jedes und jedes und jedes Mal. Diesmal halt mit viel Empörung über Geburtstagsgäste, die daraufhin erstaunliche Erklärungen für ihre Feierpräsenz abgaben, was vielleicht – genau kann man das am heutigen Montagmorgen kurz nach Tagesanbruch noch nicht sagen – für noch einen halben Tag mehr Matussek allüberall reichen könnte. Womit wir unsere Aufmerksamkeit auf Lohengrin richten, den vom Aussterben bedrohten Schokoriegel, um dessen Erhalt derzeit in Norwegen gekämpft wird. Und dessen Fans einen schrecklichen Verdacht haben: Könnte es sein, dass Freia heimlich noch einmal eine Extraschicht eingelegt und viele, viele weitere Lohengrins produziert hat? Plötzlich sind nämlich an Orten, an denen sie längst ausverkauft waren, neue Bestände aufgetaucht, was zwar einerseits schön ist, aber andererseits fühlen sich nun natürlich diejenigen, die dachten, sie hätten die letzten Riegel ergattert, ein wenig verarscht. Aber nicht nur sie, auch die glücklichen Lohengrin-Neubesitzer sind sauer, weil ein Freia-Pressesprecher vor einigen Wochen erklärt hatte, der Riegelumsatz sei deutlich gesunken und deswegen müsse die Produktion eingestellt werden.

Dabei sei er doch erkennbar gestiegen, weswegen jetzt aber umgehend Schluss sein müsse mit der Bedrohung des nationalen Kultur­erbe-Schokoriegels. Und zwar sofort! Danach sieht es aber nicht aus, jedenfalls wenn den Lohengrin-Liebhabern nicht bald ein aufmerksamkeitsmaximierender matussekesquer Move einfällt.