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E-Mobilität in Norwegen

Kolumne Von

Ein Paradies für Besitzer und potenzielle Käufer von Elektro-Autos, so wird Norwegen gern beschrieben. Die Vergünstigungen, die dort für einen Boom der Stromfahrzeuge sorgten, werden nun aber abgeschafft. Kürzlich hatte Oslo bereits Ladegebühren für ebiler eingeführt, nun wird auch mit dem kostenlosen Parken an den Ladestationen Schluss gemacht: Umgerechnet 62 Euro soll das unberechtigte Abstellen von strombetriebenen Kraftfahrzeugen künftig kosten. Damit reagiert man auf Beschwerden der Innenstadtbewohner im sogenannten Ring 2 über zugeparkte Anwohnerparkplätze. Während die Anwohner rund 330 Euro pro Jahr für das Recht, kommunale Abstellflächen zu nutzen, bezahlen mussten, durften Besucher aus dem ganzen Land ihre E-Wagen dort umsonst parken, was ein Grund für die Begeisterung der Norweger für die Elektromobilität war.

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Anfang 2017 waren bereits 97 500 solcher Fahrzeuge registriert, nicht schlecht für ein Land mit 5,2 Millionen Einwohnern. Allerdings dienen die E-Autos oft bloß als praktischer Zweitwagen, mit dem man in Oslo kostenfrei parken und laden konnte. Zudem werden die Stromer auch im Sommer gern genutzt, um auf unbefestigten Straßen ganz nah an idyllisch gelegene Seen und Strände heranzufahren. Von den dort geltenden Durchfahrtsverboten sind die E-Autos nämlich weiterhin ausgenommen. Kosten kommen auf die Fahrer von Elektroautos demnächst sogar zu, wenn sie Oslo durchfahren. In der Hauptstadt wird ein neuer Straßenring geschaffen, den mit dem Auto zu durchfahren kostenpflichtig ist. Und Aus ist es mit den lukrativen Kaufvergünstigungen für ebiler: Auch für sie müssen künftig Gebühren bezahlt werden – was ihre Besitzer allerdings weniger schmerzen wird als der Verlust der kostenlosen Parkmöglichkeiten in der chronisch parkplatzarmen Stadt.