Der Kampf iranischer Frauen gegen ihr Stadionverbot

Für Frauen verboten

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Ein Sprecher der Fifa sagte der Jungle World, dass der Weltverband sich seit etwa fünf Jahren mit dem Thema beschäftige und seine Bemühungen beim iranischen Fußballverband FFIRI deutlich intensiviert habe. Wohl mit Erfolg: »Die FFIRI bestätigte, dass Frauen an den Qualifikationsspielen für die Fußballweltmeisterschaft in Katar 2022 teilnehmen können.« Frauen dürften diese besonderen Spiele also in den Stadien verfolgen. Der Fifa-Sprecher verweist auch auf Aussagen Hossein Ali Amiris, des iranischen Vizepräsidenten für parlamentarische Angelegenheiten, denen zufolge die iranische Regierung so schnell wie möglich Vorbereitungsarbeiten für den Zugang von Frauen zu den Matches treffen ­werde. Dafür müssten eigene Eingänge und separate Bereiche geschaffen werden, um die islamische Geschlechtertrennung zu wahren, so der Sprecher.

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Evain merkt jedoch an: »Nur ein vollständiger und uneingeschränkter Zugang zu den Fußballstadien könnte als Ende dieser absurden Situation angesehen werden.« Schon häufiger seien derartige Zugeständnisse gemacht worden, zu den Spielen zugelassen worden seien dann aber nur wenige, meist der iranischen Führungsschicht angehörende Frauen. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Versprechungen diesmal eingehalten werden.

Zumindest haben die jahrelange Arbeit der Kampagne Open Stadiums, Khodayaris Tod und der darauf folgende internationale sowie institutionelle Druck die Ankündigung bewirkt, die Stadien zu öffnen. Der ­iranische Fußballverband und der Staatspräsident Hassan Rohani sprechen sich zwar ebenfalls für eine Öffnung aus. Doch die oberste Entscheidungsgewalt liegt seit 1979 in den Händen des »Revolutionsführers« der sogenannten Islamischen Republik. Dieser hat in allen politischen Belangen das letzte Wort, darf auch in die Beschlüsse der Regierung, des Parlaments sowie der Justiz eingreifen sowie Personalentscheidungen treffen. Die demokratische Trennung von Legislative, Exe­kutive und Jurisprudenz gibt es im Iran nicht.

Die Verschmelzung von islamischer Religion und Politik bedeutet für ­iranische Frauen, dass ihre Freiheit durch Gesetze wie das Stadionverbot, aber auch die Zwangsverschleierung, das Verbot, in der Öffentlichkeit Fahrrad zu fahren, zu tanzen und zu singen, sowie die Regelung, dass sie nur in bestimmten Branchen studieren und arbeiten dürfen, tiefgreifend eingeschränkt wird. Die islamische Moral, die das Verhalten von Frauen in die Kategorien halal und haram beziehungsweise ba-hijab (sittsam gekleidet) und bad-hijab (schlecht verschleiert) unterteilt, zeigt sich auch daran, dass die Einhaltung dieser Regeln durch die mehrheitlich weiblich besetzte Sittenpo­lizei durchgesetzt wird – manchmal auch mit Gewalt. Frauen geht es mit ihrem Protest gegen das Stadionverbot um weitaus mehr als nur das Recht, ein Fußballspiel zu besuchen.

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