Russisch-türkische Liaison

In Putins Hand

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Damit gibt sich der türkische Talkshowgast nicht zufrieden. Er hakt also nach. Was wäre denn mit der PKK-Vertretung in Russland. Sowieso sei die PKK in Russland nicht einmal verboten.

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Dugin übt sich in russisch-türkischer Freundschaft: „Ich bin türkophil. Die PKK wird vom Westen benutzt. Sie hat mit den Kurden nichts zu tun. Wir müssen darum neue Position einnehmen und ihre Vertretungen schließen. Mit den Kurden etwas Neues wagen“.

Russisch-türkische Freundschaft: Eine Anhängigkeitsbeziehung

So klingt also russisch-türkische Freundschaft. So wie jede Abhängigkeitsbeziehung keine Wonnen allerdings verspricht, und nicht von Dauer sein kann, weil sich die Abhängigen im Kern verschieden sind, wird die russisch-türkische Liaison jedoch sehr wahrscheinlich nicht von langer Dauer sein.

Anders als der putinsche Racket-Staat ist Erdogan nämlich ein Getriebener, der sich ökonomisch wie politisch treiben lässt und so lange sich treiben lassen wird, bis die US-amerikanischen Sanktionen kommen. Dann werden weder türkische Exporttomaten an Russland noch russische Touristen für die türkische Riviera die desolate Pump-Ökonomie der Türken retten. Aktuell betragen die türkischen Auslandsschulden 480 Milliarden Dollar und da wird auch kein russisches Petrogeld etwas bewirken. Putin kann darum weder die Rolle der USA einnehmen, und die Türkei vor dem ökonomischen Niedergang retten, noch den Außenhandel mit der EU ersetzen.

Spätestens dann, wenn die US-Sanktionen zu mehr werden als Drohkulisse, wird Erdogan sich umsehen müssen - und seinem geliebten Land den IWF zumuten. Insgeheim weiß Erdogan nämlich: Hinter Trumps Drohung, die türkische Ökonomie zu zerstören, steht die Frage, ob und wenn ja wie intensiv der IWF in die türkische Wirtschaft eingreifen wird.