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Hoppla mit E

Kolumne Von

Hoppela. Es heißt »hoppela«, natürlich nicht immer, aber manchmal, nämlich dann, wenn es nicht grad »hoppla« heißt. Und das kommt so: Hoppla ist der verstärkte Imperativ des Wortes hoppeln, wie der Duden erklärt, und ein »Ausruf, mit dem man innehaltend auf etwas aufmerksam machen möchte«. Hin und wieder muss man aber stattdessen hoppela verwenden, weil es vielleicht schöner zusammen mit dem klingt, was man sonst noch so sagen möchte, oder weil einem einfach danach ist.

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Außerdem ist es nicht so, dass es das Wort hoppela gar nicht gibt, im Gegenteil: es wurde vor genau 100 Jahren sogar schon in einem Buchtitel benutzt, nämlich in »Pritsche, Pratsche, Hoppela. Eine Bubengeschicht’ in Bild und Gedicht«, verfasst von Theodor Riffarth und erschienen im 1816 gegründeten Mönchengladbacher Verlag A. Riffarth. Über Theodor Riffarth ist nichts weiter bekannt, aber die Bubengeschicht’ umfasste 30 Seiten mit vielen Abbildungen sowie einen Einband und war also ein vorschriftsmäßiges Bilderbuch. Vermutlich handelte es sich sogar um einen Bestseller, jedenfalls gemessen an den sonstigen Produktionen von A. Riffarth, die im Großen und Ganzen aus Gebetbüchern für Katholiken mit Titeln wie »Hosianna!« bestanden und entsprechend wohl weitestgehend frei vom Wort hoppela waren, was ein großer Jammer ist. Interessant klingt allerdings der Band »Blüthen aus dem Paradiese der Kirche«, der aber keine spannende klerikale Falschgeldgeschichte, sondern auch bloß wieder ein Gebetbuch ist, das bei Ebay für dreifuffzich verkauft wird, dafür aber mit der Autorenangabe M. Gladbach, weil leider heute niemand mehr weiß, dass der Hoppela-Verlag ebendort beheimatet war und keineswegs Herrn Gladbach als Schriftsteller beschäftigte. Was eigentlich ein Skandal ist, hoppela.