Geert Wilders hat seinen Mohammed-Karikaturenwettbewerb abgeschlossen

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»Die Redefreiheit muss Vorrang vor Gewalt und islamischen Fatwas haben.« Diese Aussage kann man bedenkenlos unterstützen, denjenigen, der diese Aussage am vergangenen Wochenende getroffen hat, allerdings nicht. Es war der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders, der am Sonntag per Twitter den Gewinner seines Mohammed-Karikaturenwettbewerbs bekanntgab. Am Vorabend hatte Wilders angekündigt, der Wettbewerb werde doch noch stattfinden, nachdem er im August 2018 aus Angst vor islamistischer Gewalt ausgesetzt worden war. In vielen mehrheitlich muslimischen Ländern, darunter Pakistan, hatten Islamisten damals gegen die »Blasphemie« protestiert. Die niederländische Polizei nahm zudem einen Mann fest, der gedroht hatte, Wilders umzubringen. Der Mann wurde schließlich zu zehn Jahren Haft verurteilt. Wilders steht bereits seit 2004 unter Polizeischutz, nachdem ein Islamist den niederländischen Filmemacher Theo van Gogh ermordet hatte. Dass der rechte Politiker den Wettbewerb wieder aufnahm, begründete er damit, dass die niederländische Regierung nicht genug Druck auf Pakistan ausübe. Dort hatte der islamistische Prediger Khadim Rizvi in zwei Fatwas zur Ermordung von Wilders aufgerufen.

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Außer Frage steht, dass der Islamismus und islamistische Gewalt bekämpft werden müssen – und die religiösen Eiferer dürfen gern an ihrem Hass ersticken. Allerdings ist es mit Wilders’ Verteidigung der Redefreiheit und Menschenrechte nicht immer weit her. So nutzt er seine Islamkritik insbesondere, um mit anderen europäischen Rechtspopulisten und -extremen gegen – vornehmlich muslimische – Migranten und Flüchtlinge zu hetzen. Zudem ist er ein großer Freund Russlands unter Wladimir Putin, wo Oppositionelle und Religionskritiker mitunter verfolgt werden. Vielleicht wollte er sich auch einfach wieder ins Gespräch bringen. Nachdem seine Partei für die Freiheit (PVV) bei den Regionalwahlen im März 2019 Verluste erzielte, liegt sie derzeit in Umfragen fast gleichauf mit der regierenden rechtsliberalen Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD).