Umkämpfter National Health Service

Das britische Gesundheitssystem NHS wird zu 98,8 Prozent aus allgemeinen Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen finanziert, hinzu kommen Gebühren für einige Dienstleistungen. Alle im Vereinigten Königreich wohnhaften Personen haben Anspruch auf medizinische Versorgung im Rahmen des NHS. Kritisiert wird das System oft wegen langer Wartezeiten und Personalmangel. Die konservative Regierung von David Cameron (2010-2016) senkte die Ausgaben für den NHS drastisch. Streiks und Proteste waren die Folge. Camerons Nachfolgerin Theresa May kündigte höhere Ausgaben für den NHS an. Ihr Nachfolger Boris Johnson versprach, den NHS zur Priorität seiner Regierung zu machen. Labour warf Johnson vor, den NHS zum Gegenstand von Verhandlungen mit den USA über ein Handelsabkommen machen und ihn an die USA verkaufen zu wollen. Johnson wies die Anschuldigungen zurück. Der am 19. Dezember verlesenen Regierungserklärung zufolge wird das Budget des NHS 2023/24 um 34 Milliarden Pfund erhöht – nach Ansicht von Experten zu wenig, um die Mängel zu beheben.­

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