Was man zu Hause alles machen kann

Keine Dämlacks unter den Lesern

Das Medium Von

Nein, es ist nicht besonders schlimm, halt mal ein paar Tage oder wahrscheinlicher Wochen zu Hause zu bleiben und auf Kneipen- und Restaurantbesuche weitgehend zu verzichten. Außer natürlich, man fände das persönliche Amüsement am allerwichtigsten und hätte dementsprechend auch kein Problem damit, das Coronavirus zu verbreiten und vielleicht jemanden mit Immunschwäche oder Vorerkrankung anzustecken, der oder die das nicht unbedingt überlebt. Aber vermutlich hat die Jungle World solche Dämlacks nicht in der Leserschaft, ha!

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Und nun sitzen halt alle zu Hause herum und stecken niemanden an. Was ein Glück, dass da noch dieser Stapel mit den ungelesenen Büchern ist, und oh ja, da sind ja auch noch die ganzen Serien und hoppela, die lose Türklinke müsste eigentlich auch schon lange mal festgeschraubt werden und das neue Regal ist ja auch noch nicht zusammengebaut, weil klar, das macht man mal, wenn genug Zeit ist, und verdammt, jetzt ist Zeit, alles das zu tun, was man sich schon so ewig vorgenommen hat und dazu vielleicht einen neuen Job suchen, oder auch nicht, es wäre alles möglich, denn jetzt ist da nichts, das ablenkt, kein bis in die Morgenstunden in der Kreuzberger Kneipe »Schlawinchen« Sitzen (die zum ersten Mal seit Jahrzehnten geschlossen hat), kein noch mal schnell dies und das und hoppela, schon so spät und nun lohnt sich das auch nicht mehr, morgen halt, reicht ja auch.

Oder vielleicht wird nur herumgesessen und nichts geleistet und getan, worüber man auf Facebook prahlen könnte, also außer Leben dadurch zu retten, dass man auf Kneipentouren verzichtet, was eigentlich ja schon reicht – so komfortabel und einfach wird man sich nie wieder so gut fühlen können, außer natürlich, man ist ein Dämlack, aber dann liest man das hier natürlich eh nicht.