Das Virus soll weggehen

Ohr am Puls

Das Medium Von

Die Zeiten sind finster, und sie werden nicht wesentlich heller dadurch, dass es plötzlich vor selbsternannten Virus- und Pandemieexperten nur so wimmelt, die hoffen, dass ihnen dieser eine Tweet, dieser eine Blogpost gelingen möge, der, wenn nicht zu Weltruhm, so doch zu hinreichender Bekanntheit führt, damit endlich, endlich ein Leben als Social-Media-Star oder doch wenigstens eine erfolgreiche Geldsammelkampagne beginnt.

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Dass plötzlich alle Ahnung und ganz viel zu sagen haben, ist natürlich normal, weil es immer so ist, egal, ob es um Logistik, Abfallwirtschaft, Atomkraft oder was auch immer geht. Diesmal aber dauert und dauert das allgemeine Vordrängeln und Meinungsagen schon Wochen und die Chancen, dass es noch lange so weitergeht, sind bedauerlicherweise sehr hoch. Wobei, in der Aufzählung oben fehlen natürlich noch die Kolumnisten, also alle, die gewerbsmäßig über dieses und jenes kolumnieren; meistens über das, was gerade angesagt ist, was sich allerdings nicht Hinterherhecheln nennt, sondern das Ohr am Puls der Zeit haben, oder so.

Jedenfalls, Corona beziehungsweise Meinung über Corona haben, das ist wichtig, wobei das eigentlich schnell erledigt ist: Es reicht nun mit Corona, es soll weggehen. So, und nachdem das vorschriftsmäßige aktuelle Kolumnenthema erledigt ist, folgt etwas Werbung. Und zwar gehen jetzt alle rüber zur Jüdischen Allgemeinen und lesen die wunderbare, am Donnerstag erscheinende neue Kolumne von Mike Wuliger, in der es ganz und gar nicht um das Virus geht, sondern um seine Tante Dora, deren Leben er aus Platzgründen bedauerlicherweise viel zu kurz beschreibt, und die ganz sicher ein besserer Umgang war als alle, die derzeit was über dieses Corona zu sagen haben, wirkliche Experten natürlich ausgenommen.