Chronik rassistischer und antisemitischer Vorfälle

Deutsches Haus #34/2020

Wie die Berliner Polizei am 12. August berichtete, war eine 44jährige Frau am Vortag in einem Bus im Bezirk Reinickendorf unterwegs. Ein anderer Fahrgast beleidigte sie auf rassistische Weise und trat ihr in den Unterleib. An der nächsten Haltestelle flüchtete der Unbekannte aus dem Bus. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt. Wie aus einem Bericht der Bundespolizeiinspektion Hannover (Niedersachsen) vom 12. August hervorgeht, befanden sich am Vortag Beamte auf einem Streifengang auf dem Ernst-August-Platz. Dort begegneten sie einem 81jährigen, der den Hitlergruß zeigte. Als sie daraufhin polizeiliche Maßnahmen ergriffen, beleidigte der Mann einen Beamten mit Migrationshintergrund auf rassistische Weise. Eine 52jährige Begleiterin des 81jährigen störte die Amtshandlungen und beleidigte die Polizisten ebenfalls. Die Bundespolizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung und Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ein und übergab den Fall der zuständigen Landespolizei. Wie die Polizei Herne (Nordrhein-Westfalen) am 10. August berichtete, randalierte tags zuvor ein alkoholisierter 28jähriger in seiner Wohnung und warf von einem Fenster aus Glasflaschen auf eine Straße. Zudem beschimpfte er Passanten auf rassistische Weise. Alarmierte Polizisten nahmen den Mann vorläufig in Gewahrsam. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Einem Bericht der Aachener Zeitung vom 7. August zufolge bedrängten mehrere Personen am Tag zuvor auf offener Straße in Erkelenz (Nordrhein-Westfalen) zwei Männer dunkler Hautfarbe und beleidigten sie auf rassistische Weise. Es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung, bei der die beiden Attackierten leicht verletzt wurden. Polizeibeamte nahmen zwei mutmaßliche Angreifer im Alter von 21 und 33 Jahren vorläufig fest. Der Staatsschutz ermittelt. Am frühen Morgen des 7. August war ein junger Mann zu Fuß im Berliner Ortsteil Steglitz unterwegs, als er auf eine fünfköpfige Gruppe traf. Die Unbekannten beleidigten den 19jährigen nach Informationen der Berliner Polizei auf rassistische Weise. Seinen Angaben zufolge hielt eine Person aus der Gruppe einen funkelnden Gegenstand in der Hand, bei dem es sich vermutlich um ein Messer handelte. Der junge Mann flüchtete und verständigte später die Polizei. Der Staatsschutz ermittelt. mst

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