Homestory #45

#AbofürLobo wäre vielleicht mal eine sinnvolle Twitter-Kampagne. Unterstützer und Unterstützerinnen müssten sammeln, um für den Spiegel-Autor ein Abonnement der Jungle World abzuschließen. Dieser hatte beklagt, dass es in Deutschland versäumt wurde, »eine nichtrassistische Islamismuskritik zu entwickeln«. In der Jungle World kann man sie finden. Nicht nur in dieser Ausgabe, die sich mit den jüngsten islamistischen Verbrechen in Paris, Nizza, Dresden und Wien und den Reaktionen darauf beschäftigt, ist die Kritik am politischen Islam ein Schwerpunkt unserer journalistischen Arbeit. Die Welt weiß es noch genauer: »Eine solche emanzipatorische ­Islamkritik wird in der linken Wochenzeitung Jungle World bereits seit den islamistischen Anschlägen des 11. Septembers geübt«, schreibt Frederick Schindler in einem Beitrag in der vergangenen Woche. So ist es.

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In unserem aktuellen Themenschwerpunkt berichtet unser Korrespondent Tasneem Khalil über die Proteste in Bangladesh gegen die Mohammed-Karikaturen und darüber, wie dort das Inferno bereits auf Erden brennt.

Stefan Laurin hält die Kritik von Lobo und Kevin Kühnert am Umgang der Linken mit dem Islamismus und seinen Opfern grundsätzlich für richtig. Ohne aber klar gegen jeden Antisemitismus vorzugehen und sich ebenso klar zu Universalismus und Aufklärung zu bekennen, ist die Kritik jedoch unvollständig, schreibt er in einem Kommentar im Dschungel.

Es sind nicht zuletzt französische Autoren, denen die Islamkritik viel zu verdanken hat. Einer davon ist Pascal Bruckner. Kürzlich ­erschien in der Edition Tiamat sein Buch »Un racisme imaginaire. Islamophobie et culpabilité » in deutscher Übersetzung (»Der eingebildetete Rassismus. Islamophobie und Schuld«). Bruckner fordert nicht nur Islamkritik, er beschäftigt sich vor allem mit jenen, die sie verhindern, und er zeigt, welche Schlüsselrolle der Vorwurf der »Islamophobie« und »des weißen Rassismus« dabei spielen. In unserer Rubrik »Imprint« drucken wir zwei Kapitel aus Bruckners Buch nach.

Ob mit oder ohne Lobo, die Islamkritik wird fortgeführt.