Regeln für ein Weihnachten in Berlin

Du wirst nicht verhungern

Das Medium Von

Grundkurs für alle, die wegen Corona Weihnachten zum ersten Mal in Berlin bleiben.

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1. Nein, du wirst nicht verhungern. Wirklich nicht.

2. Hör auf zu nerven. Nein, es ist nicht notwendig, wie am Samstag ein junger Mann es tat, völlig panisch am Infostand im Karstadt am Hermannplatz nachzufragen, ob es schon zu spät sei, Fisch und Fleisch für Weihnachten zu bestellen. Ist es nicht. Im Übrigen wirst du durch gut lesbare Aushänge in den Läden über Bestellfristen informiert, wenn die Zeit gekommen ist. Bis es so weit ist, versuch bitte wenigstens, dich nicht wie ein Amateur zu benehmen.

3. Wir Weihnachten-in-Berlin-Bleiber hassen dich, und du kannst nichts tun, um das zu ändern. Denn wir mochten es sehr, wenn du und deine Kumpels und Kumpelinnen über die Feiertage weg wart und wir die Stadt für uns hatten. Und nein, komm bloß nicht auf die Idee, uns zu Weihnachtsessen oder -partys einzuladen, »weil, wäre doch toll, wenn wir dieses Jahr mal was zusammen machen könnten«. Wäre es nicht.

4. Auf keinen Fall wünschen wir, emotional erpresst zu werden. Dass du im Erwachsenenalter zum ersten Mal Weihnachten ohne Papa und Mama verbringen musst, ist dein Problem, und falls du zu den Leuten gehörst, die es irgendwie hip finden, im Pulk regellos Glühwein a.k.a. diesen abscheulichen Ballermann-Abschaumwein zu trinken, ist es sogar noch mehr dein Problem. Nein. Wir werden nicht mit dir feiern.

5. Komm bloß nicht auf die Idee, an irgendwelchen Straßenecken lustige Weihnachts-Events zu veranstalten. Bleib einfach zu Hause und steh uns nicht im Weg herum, wenn wir versuchen, das schöne Gefühl von leerer Stadt wiederzufinden.

6. Du wirst wirklich nicht verhungern.

7. Mach es uns und damit auch dir nicht schwerer, als es ohnehin schon ist: Halt die Klappe, iss halt irgendwas oder nix, und halt die Klappe. Danke.