Chronik rassistischer und antisemitischer Vorfälle

Deutsches Haus #51/2020

Wie die Kreispolizeibehörde Kleve (Nordrhein-Westfalen) am 8. Dezember berichtete, beschmierten Unbekannte in der Stadt fünf sogenannte Stolpersteine mit Hakenkreuzen. Die in den Boden eingelassenen Gedenksteine sollen an Juden erinnern, die von den Nazis deportiert und ermordet wurden. Eine Anwohnerin wurde auf die Schmierereien aufmerksam und verständigte die Polizei. Der Staatsschutz beim Polizeipräsidium Krefeld ermittelt. Am 6. Dezember stieg eine 38jährige mit deutscher und algerischer Staatsangehörigkeit in Dresden (Sachsen) an der Haltestelle Grunaer Weg in einen Bus der Linie 61. In dem Fahrzeug ­befand sich ein Unbekannter, der die Frau mit rassistischen und antimuslimischen Sprüchen beschimpfte. Die Zugestiegene rief mit ihrem Mobiltelefon ihren Mann an und veranlasste ihn, die Polizei zu rufen. Daraufhin verließ der Unbekannte den Bus an der nächsten Haltestelle. Der Staatsschutz der Polizeidirektion Dresden ermittelt in dem Fall. Am Nachmittag des 5. Dezember stieg eine Frau in Raunheim (Hessen) aus ihrem Auto und holte dann ihre vierjährige Tochter aus dem Wagen. Dem Bericht des Polizeipräsidiums Südhessen zufolge hielt ein Mann mit seinem Fahrzeug vor der Mutter und dem Kind, die sich auf der Straße befanden, und hupte, um die beiden dazu zu bewegen, schneller den Weg freizumachen. Dann fuhr der Mann langsam gegen das Bein der Frau und beleidigte sie auf rassistische Weise. Die 36jährige klagte anschließend über Schmerzen im Knie. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Nötigung. Als tatverdächtig gilt ein 62jähriger aus dem Kreis Groß-Gerau. Wie die Berliner Morgenpost am 5. Dezember berichtete, beschimpfte ein Nutzer auf Instagram den Fußballer Jordan Torunarigha auf ­rassistische Weise. Der Spieler von Hertha BSC hatte zuvor mit seiner Mannschaft den Lokalrivalen 1. FC Union Berlin besiegt. Erst im Februar hatten Anhänger des FC Schalke 04 Torunarigha von der Tribüne aus mit Affenlauten rassistisch beleidigt. mst

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