Deutsches Haus #4/2021

Am Morgen des 19. Januar entdeckte der Hausmeister des Rathauses in Velten (Brandenburg), dass Unbekannte zwei schwarz-weiß-rote Reichsflaggen vor dem Gebäude gehisst hatten. Einem Bericht der Märkischen Allgemeinen zufolge erstattete die Stadt Anzeige. In der Nacht des 18. Januar schmierte ein 62jähriger im Berliner Ortsteil Lichtenberg Hakenkreuze auf mehrere Schaufensterscheiben. Nach Angaben eines Polizeiberichts nahmen Zivilpolizisten den Mann fest. Der Staatsschutz ermittelt wegen Sachbeschädigung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Im Ortsteil Neukölln rief in derselben Nacht ein 30jähriger einem Fahrgast, der den U-Bahnhof Neukölln verlassen wollte, eine Naziparole entgegen und zeigte den Hitlergruß. Einem Polizeibericht zufolge beobachteten Polizisten in Zivil den Vorfall. Hinzugekommene Beamte kontrollierten die Personalien des Mannes, der außerdem keine Mund-Nasen-Bedeckung trug, und erteilten ihm einen Platzverweis. Am Abend des 18. Januar grölten ein 39jähriger und zwei 19jährige Männer am Bahnsteig in Eilsleben (Sachsen-Anhalt) und in der Bahn Richtung Magdeburg rechtsextreme Parolen wie »Sieg Heil« und »Ausländer raus«. Als Polizisten das Trio im Magdeburger Hauptbahnhof aufgriffen, bestritt es die Äußerungen. Eine Kontrolle der Personalien ergab jedoch, dass die drei bereits wegen ähnlicher Vergehen angezeigt worden waren. Der alkoholisierte 39jährige trug außerdem eine geladene Schreckschusswaffe bei sich, für die er keinen Waffenschein besaß. Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahme sang das Trio beim Weggehen das den Holocaust verharmlosende »U-Bahn-Lied«. In dem häufig von Fußballfans gesungenen Liedtext soll eine U-Bahnstrecke von Jerusalem bis zum Vernichtungslager Auschwitz gebaut werden. Die Polizisten griffen die Männer daraufhin erneut auf. Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtete, wird gegen sie wegen Volksverhetzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. In der Nacht des 17. Januar beleidigte ein 49jähriger im Berliner Ortsteil Lichtenrade zwei seiner Nachbarn während eines Streits auf rassistische Weise. Das berichtete die Polizei. Der Streit entstand, weil die 28- bzw. 46jährigen Nachbarn zu laut getrommelt haben sollen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. mb

Anzeige