Chronik rassistischer und antisemitischer Vorfälle

Deutsches Haus #12/2021

Am Abend des 16. März beleidigte eine Kundin eines Supermarkts im Berliner Ortsteil Friedrichshain einen 30jährigen Kassierer rassistisch. Wie die Polizei berichtete, verließ die Unbekannte danach das Geschäft. Die Polizei sicherte die ­Videoaufzeichnungen, der Staatsschutz ermittelt. Am Nachmittag des 15. März ­beleidigte ein Fahrkartenkontrolleur der Berliner Verkehrsbetriebe einen Fahrgast der U-Bahnlinie 9 an der Station Hansaplatz im Ortsteil Hansaviertel auf rassistische Weise und schlug ihm ins Gesicht. Die Situation war eskaliert, nachdem der Fahrgast den Kontrolleur gefragt hatte, warum er als einziger von allen Fahrgästen kontrolliert werde. Einem Polizeibericht zufolge schritten mehrere Fahrgäste ein und beendeten den Angriff. Ein Kollege zog den Täter daraufhin aus dem Abteil, bevor beide die Flucht ergriffen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. In der Nacht zuvor schrieb ein Unbekannter mit falscher Rechtschreibung die rassistische Morddrohung »Tod den Kanaken!« an die Haustür einer Familie aus Mülheim an der Ruhr (Nordrhein-Westfalen). Wie ein Nachrichtenportal der Funke-Mediengruppe berichtete, hatte ein Unbekannter bereits Anfang November die Hausfassade und das Auto einer Nachbarfamilie unter anderem mit falsch gemalten Hakenkreuzen und der Parole »Kanaken raus« beschmiert. Eine Geschädigte vermutet, dass es sich um denselben Täter wie im November handelt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Am Nachmittag des 13. März schlug ein 38jähriger auf einem Spielplatz im Münchner Stadtbezirk Schwanthalerhöhe einen Achtjährigen ins Gesicht und beleidigte ihn rassistisch. Der Süddeutschen Zeitung ­zufolge beleidigte er auch die Mutter des Kindes auf rassistische Weise, nachdem diese den Angreifer zur Rede gestellt hatte. Die Polizei nahm den geflüchteten 38jährigen fest. Sie ermittelt gegen ihn wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Beleidigung und Volksverhetzung. Am Abend des 12. März beleidigte ein betrunkener Fahrgast in der Berliner U-Bahnlinie 6 am Bahnhof Borsigwerke im ­Bezirk Reinickendorf zwei Männer auf antisemitische Weise. Nachdem er auf die Sitze und den Boden der U-Bahn uriniert hatte, forderten der 21jährige und der 28jährige Zeuge den Mann auf, aus der Bahn zu steigen, um am Bahnsteig auf die alarmierten Beamten zu warten. Dort beleidigte sie der 72jährige. Wie die B.Z. berichtete, ermittelt die Polizei wegen der Beleidigung, Sachbeschädigung und Belästigung der Allgemeinheit. mb

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