Homestory

Homestory #14

Der Frühling lässt sein blaues, äh, graupelschauergraues, Band wieder flattern durch die Lüfte, was die hochgeschätzte Leserschaft in anderen Jahren sicher motiviert hätte, mit der Planung der sommerlichen musikalischen Outdoor-Aktivitäten zu beginnen. Dieses Jahr sieht es weiterhin eher mau aus mit der Wahrscheinlichkeit, dass die Pandemie zumindest hierzulande so weit unter Kontrolle ist, dass man sich safe mit anderen betrinken und grölend in den Armen liegen kann. Auch die Ankündigung des bei linksradikalen Hedonistinnen und Hedonisten beliebten Festivals »Fusion«, in diesem Jahr mit Hygienekonzept und Teststationen gleich zwei pandemiekonforme Veranstaltungen zu organisieren, wird von den Kolleginnen und Kollegen eher mit Kopfschütteln und Schulterzucken kommentiert. Ein Kollege postuliert sogar ganz unabhängig von jeglicher Pandemie, wer zur »Fusion« gehe, habe die Kontrolle über sein Leben verloren.

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Konkrete Konzert- und Festivalpläne gibt es also in der Redaktion ihrer Lieblingszeitung noch nicht. Ein Kollege hat allerdings seit über einem Jahr eine Karte für Bikini Kill. Die US-amerikanische Riot-Grrrl-Punkband sollte im vergangenen Sommer in Berlin spielen, nun soll die Europa-Tournee Ende Mai beginnen. Ein anderer Kollege hat sich von dem neuen Song von Danger Dan »Das ist ­alles von der Kunstfreiheit gedeckt« so euphorisieren lassen, dass er ein Ticket erworben hat. Da die Tour erst für Mitte kommenden Jahres geplant ist, steigen seine Chancen auf ein Konzert. Ein weiterer Kollege, der sich im April vergangenen Jahres auf die Avantgarde-Rock-Veteranen von Van der Graaf Generator gefreut hatte, hat jetzt schon den dritten Ersatztermin mitgeteilt bekommen und beginnt sich ob des fortgeschrittenen Alters der Musiker so seine ­ Sorgen zu machen.

Gleich zwei Redaktionsmitglieder freuen sich auf Konzerte unseres langjährigen Kollegen Markus Ströhlein, der Ihre Lieblings­redaktion in der vergangenen Woche verlassen hat. Mehr Zeit zum Musikmachen mit seinen zwei Bands Muskel und Seamount und nach eigenen Angaben weiteren »zwei On-off-Projekten« sollte Markus, der gerne in der Kaffeepause an seinem Minisynthesizer ­herumfrickelte, nun haben. Die Redaktion und das »tiefseetraurige« Layout wünschen dabei gutes Gelingen und baldiges Wiedersehen und -lesen.