Chronik rassistischer und antisemitischer Vorfälle

Deutsches Haus #28/2021

Am Abend des 10. Juli beleidigte ein 67jähriger Mann einen Gastwirt im Berliner ­Bezirk Neukölln auf antisemitische Weise. Laut einer Polizeimeldung hatte der Mann seinen Ärger über die Sitzmöglichkeiten der Bar auf dem Bürgersteig kund­getan und anschließend den Wirt beleidigt. Der 67jährige soll bereits öfters Gäste des Lokals beleidigt haben. Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts der antisemitischen Beleidigung. Am Abend des 7. Juli rief ein Unbekannter im Berliner Bezirk Mitte rechtsextreme Parolen, anschließend beleidigte er eine 17jährige auf rassistische Weise und bespuckte sie. Einer Polizeimeldung zufolge entfernte sich der Täter noch vor dem Eintreffen der alarmierten Polizei vom Tatort. Der Staatsschutz hat Ermittlungen wegen Körperverletzung und Beleidigung aufgenommen. In der Nacht zum 6. Juli beleidigte ein Unbekannter im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf eine 21jährige auf rassistische Weise und schlug sie anschließend ins Gesicht. Wie die ­Polizei meldete, flüchtete der Täter, bevor die alarmierten Einsatzkräfte eintrafen. Sanitäter behandelten die Frau noch vor Ort. Der Staatsschutz ermittelt und fahndet nach dem Täter. Am Nachmittag des 5. Juli bewarf ein alkoholisierter Mann im Berliner Bezirk Lichtenberg eine Frau mit Kopftuch von seinem Balkon im vierten Stock aus mit einem Aschenbecher. Wie »RBB24« berichtete, sagte der 43jährige Täter der Polizei, er habe den Aschenbecher geworfen, weil er Fremde nicht leiden könne. Bei ihm wurde ein Blutalkoholwert von drei Promille festgestellt. Die Polizei ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung mit rassistischem Hintergrund. Am selben Tag griffen drei Personen im Kölner Bezirk Lindenthal einen Mann an, der ein Trikot der israelischen Radsportmannschaft trug. Der Kölner Meldestelle für Antisemitismus zufolge schlugen die Angreifer den Mann von hinten, als dieser gerade auf einer Sitz­gelegenheit Platz genommen hatte. Als er daraufhin zu Boden ging, traten die Täter wiederholt auf ihn ein. Der Mann musste mit drei gebrochenen Rippen und zahlreichen Blutergüssen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Täter blieben unerkannt, der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Am 4. Juli beleidigte ein einschlägig bekannter Rechtsextremer aus dem Umfeld der NPD und der militanten neonazistischen Gruppe Combat 18 im Berliner Bezirk Neukölln einen 35jährigen Jamaikaner auf rassistische Weise und verletzte ihn mit einem Messer. Der Berliner Morgenpost zufolge kam das Opfer zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus. Gegen den Täter wurde eine Untersuchungshaft verhängt, der Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. ch

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