In Russland werden kritische NGOs und Feministinnen wieder heftig bedroht

Verfolgt durch den Männerstaat

In Russland werden kritische NGOs und Feministinnen wieder heftig bedroht. Häufig steckt die Gruppierung »Männerstaat« dahinter.

Allein einen Begriff wie »Männerstaat« positiv zu benutzen, lässt auf ein frauenfeindliches Weltbild schließen. Die russische Gruppierung dieses Namens bestätigt denn auch alle Befürchtungen. Ihr Gründer Wladislaw Posdnjakow formulierte 2016, dem Gründungsjahr von »Männerstaat«, Grundsätze, die ein von Männlichkeitswahn und Sexualneid geprägtes rechtsextremes Weltbild offenlegen: Er strebt die Errichtung ­eines »Nationalpatriarchats« an, das nicht nur Frauen zu gefügigen Wesen deklassieren, sondern auch die Vorherrschaft der »weißen Rasse« sichern soll.

In den vergangenen fünf Jahren initiierte »Männerstaat« eine Vielzahl an Hetzkampagnen gegen LGBT-Rechtlerinnen, Feministinnen, Journalistinnen und bestimmte Restaurantketten. Eine Moderatorin des oppositionellen Internetsenders TV Rain, Anna Mongait, interviewte im Sommer ein gleichgeschlechtliches Paar, das sich für ein Titelblatt der Glamour-Zeitschrift Elle hatte ablichten lassen. Prompt erschien ein Aufruf von »Männerstaat«, Grüße an Mongait auszurichten. Die fanatische Anhängerschaft weiß, was dann zu tun ist: Es werden Privatadressen offengelegt, die Betroffenen und teilweise auch deren Freunde und Familien erhalten unzählige Drohungen voller Gewaltphantasien – Säureattacken werden darin ebenso wie Vergewaltigungen und Mordanschläge ­angekündigt.

»Die wichtigste Einschränkung ist, dass wir alle unsere Publikationen überall mit der Markierung ›ausländischer Agent‹ versehen müssen.« LGBT Network

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