Die Kolumnistin verlegt ihre To-Do-Liste

Zecken und Zettel

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So eine kleine Welt und so ein langer Erledigungszettel, dessen zehn Punkte mit »Artikel (Thema) (Publikationsname) schreiben« beginnen. Aber gestern waren es noch zwölf Punkte, insofern handelt es sich durchaus um einen Erledigungszettel, der Fortschritte verzeichnet. Mit anderen Worten: Es ist Montag, schon wieder, und nichts deutet darauf hin, dass – ah, Kaffee.

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Montags schmeckt der Kaffee immer besonders trostlos, was aber diesmal ein Glück ist, denn in »trostlos« kommt kein »a« vor und die »a«-Taste hat entschieden, dass sie heute lieber nicht funktionieren möchte, außer es wird mehrmals sehr heftig auf ihr herumgedrückt, dann vielleicht.

Im Wort »Wildschwein« kommt übrigens ebenfalls kein »a« vor, es wird jedoch nicht benötigt, weil die Redakteurin letzten Montag entgegen allen Befürchtungen doch nicht von einem Sus scrofa, so der lateinische Name, aufgegessen wurde. Die Facebook-Timeline findet sowieso, dass die Viecher nicht gefährlich sind, im Gegenteil, die gefährlichsten frei lebenden Tiere hierzulande seien Zecken, meint Kollege Ivo.

Die Erledigungsliste liegt derweil unbeeindruckt – oh, eben lag sie noch da, wirklich. Vielleicht ist sie davongerannt, um ein neues Leben anzufangen, im Wald, bei den Wildschweinen, weil die ja ganz ungefährlich sind, na schönen Dank auch, Ivo. Das ist schade, denn in nur wenigen Minuten könnte Punkt drei abgehakt werden, mit dem extra für solche erhebenden Momente angeschafften türkisglitzernden Stift. Dann noch ein, zwei nicht mehr ganz so trostlose Schlückchen Kaffee und ach guck an, nun tut’s auch das »a« wieder. Aaaaaaaaber sie ist ja weg, die Erledigungsliste. Ha! Sehr weit ist sie nicht gekommen, nur bis zur Kaffeemaschine. Vielleicht wäre es eine gute Idee, ihr einen Twitter- oder Mastodon-Account anzulegen, dann könnte sie sich bei ihren Ausflügen, wenn sie denn länger dauern, wenigstens mal von unterwegs melden.