»Wir Juden werden für alles verantwortlich gemacht«
Es gab eine Zeit, in der Sie lieber als K D Flow bei Battle Raps aufgetreten sind, weil Sie sich für die jüdische Assoziation Ihres Künstlernamens schämten. Nun beteiligen Sie sich an einer Kampagne der Jewish Agency for Israel. Was war der Wendepunkt, dazu zu stehen, der jüdische Rapper Kosha Dillz zu sein?
Es entwickelte sich Anfang der nuller Jahre, nachdem ich meine Drogensucht überwunden hatte und aus dem Gefängnis kam. Ich komme aus einer Familie starker Juden und hatte mich darauf zurückbesonnen. Nachdem ich nüchtern war, kontaktierten mich Leute aus meiner Battle-Rap-Zeit, um mit mir Musik zu machen, und ich merkte, das will ich wirklich machen. Ich dachte mir, der Name klingt cool, das ist hip.
Haben Sie persönlich Antisemitismus erlebt?
Ich kann gar nicht sagen, wie oft. Von Leuten, die mich entfolgen, bis hin zu denen, die nicht mit mir arbeiten wollen. Aber ich bin authentisch. Ein Grund dafür ist mein Name. Rami ist ein arabischer Name, mit dem ich in anderen Ländern unentdeckt bleiben kann. Dieser Name ist ein Geschenk. Mein palästinensischer Freund sagte mir, dass Rami auf Arabisch »Werfer« oder »Schütze« bedeutet, auf Hebräisch so etwas wie »erhaben«. Ich kann mich dadurch frei bewegen und genieße Respekt. Außerhalb der Vereinigten Staaten wissen die Leute auch nicht, was koschere Dillgurken sind, eine typische New Yorker Spezialität.
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