Stille Nacht, blutige Nacht
Die meisten Weihnachtsmärkte waren schon geöffnet, als Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) zur Vorsicht riet. »Wir haben angesichts der abstrakt hohen Bedrohungslage weiter Grund zu großer Wachsamkeit und konsequentem Handeln für unsere Sicherheit«, sagte sie Ende November dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Eine konkrete Gefahr konnte sie jedoch nicht benennen.
Am 6. Dezember berichteten mehrere Medien, die bayerische Polizei habe möglicherweise einen Anschlag auf den Augsburger Weihnachtsmarkt verhindert. Ein 37jähriger Iraker soll demnach den Augsburger »Christkindlesmarkt« ausgespäht haben. Hinweise für spezifische Anschlagspläne habe es jedoch nicht gegeben, teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) noch am selben Tag mit und betonte, es gebe »keinen Grund, aus Sicherheitssorgen auf einen Christkindlesmarkt zu verzichten«. Die abstrakte Gefährdungslage sei jedoch bundesweit weiterhin sehr hoch.
Die bayerische Polizei hat möglicherweise einen Anschlag auf den Augsburger Weihnachtsmarkt verhindert. Ein 37jähriger Iraker soll den »Christkindlesmarkt« ausgespäht haben.
Der Beschuldigte stand laut einer Mitteilung des Innenministeriums bereits seit Oktober unter Beobachtung, nachdem es Hinweise von einem ausländischen Nachrichtendienst über Internetaktivitäten des Irakers gegeben hatte. Demnach verbreitete er gewaltverherrlichende Videos der Terrormiliz »Islamischer Staat«. Die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus der bayerischen Justizbehörden teilte dem Bayerischen Rundfunk mit, es bestehe der Anfangsverdacht der »Terrorismusfinanzierung sowie der Verbreitung von gewaltverherrlichenden Videos der Terrororganisation IS«, nicht aber wegen eines Anschlagplans.
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