Umkehrung eines Machtverhältnisses
Nicole Kidman stellt sich 25 Jahre nach der Veröffentlichung von Stanley Kubricks an Arthur Schnitzlers »Traumnovelle« angelehnten Filmklassiker »Eyes Wide Shut« erneut den Abgründen des Begehrens. In Halina Reijns Erotikdrama »Babygirl« spielt sie die erfolgreiche Unternehmerin Romy, die sich in New York City der Automatisierung der Lagerlogistik widmet und mit ihrem Ehemann Jacob (Antonio Banderas), einem Theaterregisseur, sowie zwei Töchtern zusammenlebt.
Reijn eröffnet ihren Film mit einer intimen Vanilla-Sexszene zwischen Romy und Jacob, um sich sodann ohne Umschweife dem wohlgehüteten Geheimnis Romys zuzuwenden – nach dem Sex sieht sie sich einen Pornofilm an, in dem eine Frau dominiert und unterworfen wird, und masturbiert dazu. Sie ist getrieben von masochistischen Sehnsüchten, die sie mit ihrem Ehemann nicht ausleben kann.
Die Rolle der kontrollierten, glatten Karrierefrau Romy, die sich scheinbar nahtlos in diese polierte Sphäre des Geldes, des Erfolgs und der Zukunft fügt, ist Kidman wie auf den Leib geschrieben.
»Babygirl« führt anschließend mit sorgsam komponierten Hochglanzbildern und einem wuchtigen klassischen Score in Romys Welt ein – Roboter, die über Lagerfächer gleiten und automatisiert Produkte kommissionieren, ein lichtdurchflutetes Großraumbüro mit großer, klarer Fensterfront und ein luxuriöses Penthouse. Die Rolle der kontrollierten, glatten Karrierefrau, die sich scheinbar nahtlos in diese polierte Sphäre des Geldes, des Erfolgs und der Zukunft fügt, ist Kidman wie auf den Leib geschrieben.
Noch kein Abonnement?
Um diesen Inhalt zu lesen, wird ein Online-Abo benötigt::