Jungle+ Artikel 03.04.2025
US-Vizepräsident J. D. Vance belässt es bei einem Besuch der Militärbasis auf Grönland

Machtpolitik auf Eis

Am Tag des umstrittenen Besuchs von US-Vizepräsident J. D. Vance nahm die neue grönländische Regierung ihre Amtsgeschäfte auf – und erwehrt sich der feindlichen Umarmung.

Es fing damit an, dass Usha Vance, die Ehefrau des US-amerikanischen Vizepräsidenten J. D. Vance, dem wichtigsten Hundeschlittenrennen Grönlands, dem Avannaata Qimussersua, beiwohnen wollte, das in diesem Jahr in Sisimiut an der Westküste der Insel ausgetragen wurde. Was folgte, war ein diplomatisches Hin und Her ersten Ranges, an dessen Ende das Rennen am Samstag ohne Usha Vance stattfand. Sie und ihr Mann besuchten stattdessen im Rahmen einer US-Delegation nur die US-amerikanische Militärbasis Pituffik Space Base (ehemals Thule Air Base).

Der Besuch des Vizepräsidenten sollte das geopolitische Interesse der USA an Grönland unterstreichen und den von US-Präsident Donald Trump mehrfach erhobenen Anspruch auf Kontrolle über die Insel bekräftigen; das wurde auch von allen Beteiligten genau so verstanden. Dänemark habe die Grönlän-
der:innen nicht gut behandelt, sagte Vance auf dem Stützpunkt. Unrecht hat er damit nicht. Das Königreich Dänemark hat sich als Kolonialmacht etlicher Verbrechen an der heimischen Bevölkerung schuldig gemacht.

Auf dem Gelände des inzwischen aufgegebenen Camp Century – einer Basis, auf der Ende der fünfziger Jahre Atomraketen unter dem Eis stationiert werden sollten – haben die US-amerikanischen Streitkräfte biologischen, chemischen und radioaktiven Abfall hinterlassen, der durch das Schmelzen des Eises nun zu einer Gefahr für die Umwelt wird. 

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