Jungle+ Artikel 03.04.2025
In Paris wurden fünf Gefängnisaufseher des »Islamischen Staats« verurteilt

Die Mörder von Aleppo

In Paris wurden fünf Mitglieder des »Islamischen Staats« (IS) dafür verurteilt, 2013 in einem Gefängnis in Syrien gefoltert und gemordet zu haben. Der Hauptangeklagte Mehdi Nemmouche klagte in seinem Abschlussplädoyer die westlichen Staaten an und zitierte zustimmend Wladimir Putin.

Paris. »Ich war ein Terrorist, und ich werde mich niemals dafür entschuldigen.« So lautete einer der Schlüsselsätze des Hauptangeklagten Mehdi Nemmouche in dem aufsehenerregenden Prozess, der am 21.März mit mehreren Schuldsprüchen endete. Alle fünf angeklagten ehemaligen Mitglieder des »Islamischen Staats« (IS) wurden in dem Verfahren, das französische Medien als »Prozess der Kerkermeister des IS« (»Procès des geôliers de Daech«) bezeichneten, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Einmal mehr war der alte Justizpalast im historischen Pariser Stadtzen­trum über Wochen hinweg verbarrikadiert. Erst im Januar dieses Jahres war hier dem 23jährigen Pakistaner Zaheer Mahmoud der Prozess gemacht worden, der im September 2020 in Paris vor einem Gebäude, das er irrtümlich für den Sitz von Charlie Hebdo hielt, zwei Personen mit einem Messer schwer verletzt hatte. Und im Februar war das Verfahren gegen den 25jährigen tunesischen Jihadisten Brahim Aouissaoui zu Ende gegangen, der im Oktober 2020 drei Menschen in der Basilika von Nizza ermordet hatte. Besucher des Justizgebäudes mussten sich seit Jahresbeginn an großflächige Polizeiabsperrungen gewöhnen, an aufwendige Sicherheitsvorkehrungen und weite Umwege, bevor sie in das Gängelabyrinth des als touristische Attraktion geltenden historischen Gebäudes gelangten.

Die westlichen Gefangenen hatten für den IS einen gewissen Wert und wurden deswegen länger festgehalten, während Syrer oft wie am Fließband eingeliefert, gequält und getötet wurden.

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