Handlanger des Kreml
Als Test soll ein Trio zunächst Pakete mit GPS-Trackern verschickt haben, bald sollten Bomben folgen: Vergangene Woche wurde bekannt, dass deutsche Ermittler mutmaßlich russische Sabotageaktionen mit Paketbomben verhindert haben. Drei Tatverdächtige, Vladyslav T., Daniil B. und Yevhen B., wurden zwischen dem 9. und dem 13. Mai in Konstanz, Köln beziehungsweise in der Schweiz festgenommen.
Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen »Agententätigkeit zu Sabotagezwecken« vor, und dass sie sich zur »Begehung einer schweren Brandstiftung sowie der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion« bereit erklärt hätten. Bei den drei Männern handelt es sich um ukrainische Staatsbürger. Sie sollen geplant haben, Pakete mit Sprengsätzen von Deutschland aus in die Ukraine zu versenden. Auftraggeber sind nach Ansicht der Bundesanwaltschaft russische Stellen.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) sagte dazu, es sei bekannt, dass Russland versuche, westliche Demokratien »mit gezielter Sabotage und perfiden geheimdienstlichen Methoden« zu destabilisieren. Derzeit im Fokus steht die Strategie der sogenannten Wegwerfagenten. Gemeint sind Menschen, die für wenig Geld im Netz angeheuert werden und ohne kostspielige Ausbildung Sabotagetätigkeiten ausführen. Dass sie erwischt werden können, ist wohl einkalkuliert, viel investiert hat man in sie schließlich nicht.
Im Mai 2024 hatte es in einem Einkaufszentrum in Warschau einen Großbrand gegeben. Kürzlich teilte die polnische Regierung mit, sie sei überzeugt, dass der russische Geheimdienst dahinterstecke.
Arndt Freytag von Loringhoven, ehemaliger Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes und beigeordneter Generalsekretär für geheimdienstliche Zusammenarbeit der Nato, sagte dem WDR in einem Interview im vergangenen Monat, es handele sich nicht um professionelle Agenten, sondern »häufig Kleinkriminelle, Menschen in Not, manchmal auch Menschen, die erpresst werden«.
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