Jungle+ Artikel 26.06.2025
Europäische Unternehmen haben Mitverantwortung fürs iranische Atomprogramm

Zu viel Heuchelei

Europäische Staaten hatten einen erheblichen Anteil am Aufbau der iranischen Nuklearindustrie.

Israel hat gehandelt und Einrichtungen des iranischen Atomprogramms angegriffen. Militärische Ziele waren die Urananreicherungsanlage in Natanz, der noch nicht in Betrieb genommene Schwerwasserreaktor in Khondab, vormals als Reaktor von Arak bekannt, sowie Labore und wissenschaftliche Institute in Teheran und Isfahan und atomare Produktionsstätten in Isfahan. Dazu zählte eine Fabrik zur Umwandlung von Uranoxid, wie es für kommerzielle Anwendungen gebraucht wird, in Uranmetall, das in angereicherter Form für die Atombombe benötigt wird. Radioaktivität sei infolge dieser Luftangriffe nicht ausgetreten, teilte die UN-Atomagentur IAEA mit. Noch gravierendere Auswirkungen auf das iranische Bombenprogramm dürfte die Tötung etlicher Kader des iranischen Atomprogramms haben; diese erfolgte gleich zu Beginn der israelischen Offensive durch geheimdienstliche Aktionen.

Israels Handeln beschämt die jahrzehntelange Inaktivität der internationalen Politik, die es dem Mullah-Regime überhaupt erst ermöglicht hat, den Status einer Atommacht in spe zu erreichen. Dafür wollte Bundeskanzler Friedrich Merz offenbar eine Art Anerkennung aussprechen, als er während des G7-Gipfels in Kanada sagte, die Israelis würden jetzt die »Drecksarbeit« für die Weltgemeinschaft erledigen. Seine Wortwahl gleicht einer Flucht nach vorne: Sie lenkt von den tatsächlich schmutzigen Geschäften ab, mit denen westliche und insbesondere deutsche Unternehmen dem Iran behilflich waren.

Friedrich Merz’ Dank für die »Drecksarbeit« lenkt von den tatsächlich schmutzigen Geschäften ab, mit denen westliche und insbesondere deutsche Unternehmen dem Iran behilflich waren.

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