Hühnersuppe statt Himbeereis
Und dann hat endlich, endlich der Sommer begonnen und nichts isses mit Eis essen, Biergärten besuchen, im See schwimmen gehen oder abends im kleinen Garten des Lieblingsrestaurants sitzen. Neinnein, vielmehr muss im Bett herumgelegen werden, was auch ganz schön sein kann, aber nicht mit dieser abscheulichen Erkältung, die grob darin besteht, dass man sich schwach und elend fühlt, während sich die Nase im Fünfminutenrhythmus mit unfassbaren Mengen Sekret füllt und die Bronchien pausenlos danach verlangen, dass nun aber auf der Stelle Schleim abgehustet werden möge.
Keine Chance, zu gucken, was die Weltpolitik und die Wassermelonen so treiben, was unter normalen Umständen recht entspannend sei könnte, in Anbetracht der Gesamtsituation aber nur noch mehr Stress bedeutet.
In den wenigen Minuten zwischen Niesanfällen und Hustenattacken bleibt keine Zeit für Erholung, denn es müssen neue Küchenrollen herangeschafft und kalte Getränke konsumiert werden, oder vielleicht auch warme, je nachdem, und natürlich in mundgerechte Stücke geschnittenes Obst, schnellschnell, bevor die Erdbeeren matschig werden oder die Äpfel und die Bananen braun sind. Und so reiht sich Erkältungstiefpunkt an Erkältungstiefpunkt und es nimmt kein Ende.
Keine Chance also, zu gucken, was die Weltpolitik und die Wassermelonen so treiben, was unter normalen Umständen recht entspannend sei könnte, in Anbetracht der Gesamtsituation aber nur noch mehr Stress bedeutet, weswegen man schließlich nicht umhinkommt, sich gleichzeitig die Nase zu putzen und Trottel ganz sicher schwer verärgernde Statements zu retweeten, ha, nehmt das, es sind schließlich die kleinen Glücksmomente, die zählen.
Draußen tobt eine Hitzewelle
Und dann beginnt auch schon ein neuer Tag, an dem man sich noch elender fühlt und draußen eine Hitzewelle tobt und jo, sagt derjenige, der einen mit dem Elend angesteckt hat, bei ihm sei der Mist nach zwei Wochen immer noch nicht ganz vorbei, da müsse man halt geduldig sein, und vielleicht noch ein Tässchen Tee?
Uuuups, ne, der ist alle, genau wie die Küchenrolle, und zum Glück auch wie die Hühnersuppe, denn Menschen sind ganz sicher nicht dazu gemacht, jeden Tag Hühnersuppe zu essen, außer die von Oma, aber deren Rezept ist mit ihr verstorben, das Leben, ein Jammertal.